Milliardenprojekt für Onkologie in Temeswar vor Baubeginn

Minister wirbt für Spitalsfusionen und besucht Zentren in Lowrin und Busiasch

Temeswar (ADZ) – Mit milliardenschweren Investitionen, Reformankündigungen und neuen medizinischen Schwerpunkten will Ressortminister Alexandru Rogobete (PSD) das Gesundheitswesen im Kreis Temesch neu aufstellen. Im Mittelpunkt steht das Regionale Onkologie-Institut in Temeswar, dessen Bau an der Torontaler Straße/Calea Torontalului nach jahrzehntelanger Verzögerung nun unmittelbar bevorsteht. Dies teilte der Minister am Samstag in Temeswar mit. Lokale und zentrale Behörden unterzeichneten daraufhin das notwendige Partnerschaftsabkommen für die Fortsetzung des Projekts. Die Investition beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Lei (etwa 240 Millionen Euro) und gilt als größte medizinische Einrichtung, die außerhalb der Hauptstadt errichtet wird. Nach Angaben des Temescher Kreisratsvorsitzenden Alfred Simonis, sei damit „der letzte Schritt vor dem tatsächlichen Beginn der Bauarbeiten“ getan. Das Projekt habe lange als Symbol politischen Versagens gegolten und sei über Jahre von Interessengruppen blockiert worden. Gesundheitsminister Rogobete erklärte, das Vorhaben werde von der Finanzierung über den Nationalen Wiederaufbauplan PNRR in das EU-Programm Gesundheit überführt. Damit verlängere sich die Umsetzungsfrist bis 2028. Das Institut soll 250 Betten, mehrere Operationssäle, eine Intensivstation sowie Bereiche für Radiotherapie und Nuklearmedizin umfassen. Zudem sind ein Transplantationszentrum und Forschungseinheiten vorgesehen. Die Einrichtung soll Patienten aus der gesamten Westregion versorgen.

Parallel dazu brachte Rogobete erneut eine umfassende Verwaltungsreform der Krankenhäuser im Kreis Temesch ins Gespräch. Er plädierte für Verwaltungskonsortien und die Zusammenlegung einzelner Kliniken, um Kosten zu senken und medizinische Leistungen zu bündeln. Unterstützung erhielt er von Kreisratschef Simonis und vom Leiter des Temeswarer Kreiskrankenhauses Dorel Săndesc. Bürgermeister Dominic Fritz (USR) hingegen lehnt ein zentrales Management aller Kliniken ab und setzt auf Wettbewerb sowie eine komplementäre Ausrichtung der Einrichtungen.

Weitere Stationen der Ministerreise waren neue medizinische Projekte außerhalb von Temeswar. In der Gemeinde Lowrin/Lovrin entsteht derzeit eine Außenstelle des Kreiskrankenhauses, spezialisiert auf medizinische Rehabilitation, Orthopädie und Traumatologie. Das grenzüberschreitende Projekt mit Partnern aus Ungarn wird mit rund sieben Millionen Euro aus EU-Mitteln sowie zusätzlichen lokalen Geldern finanziert und soll 2027 fertiggestellt werden.

Abschließend besuchte Rogobete das Medizinische Zentrum „Cristian Șerban“ in der Kleinstadt Busiasch/Buziaș, eine landesweit einzigartige Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes, Hämophilie und anderen chronischen Erkrankungen. Das Zentrum, das seit fast 30 Jahren besteht, wurde in den vergangenen Jahren mit mehreren Millionen Lei modernisiert. Der Minister kündigte weitere Unterstützung an und bekräftigte zugleich Pläne zum Abbau bürokratischer Hürden für insulinpflichtige Patienten.

Die Initiativen markieren nach Angaben des Gesundheitsministeriums einen grundlegenden Ausbau der medizinischen Infrastruktur im Westen Rumäniens – von der Spitzenmedizin über Rehabilitation bis hin zur langfristigen Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher.