Neustadt – Unerwartete Einnahmen verschaffen der Stadt Neustadt/Baia Mare neuen finanziellen Spielraum: Mehr als 8,2 Millionen Lei sind in der vergangenen Woche aus der Insolvenzmasse des ehemaligen Staatsunternehmens Romplumb in den Haushalt der Stadt geflossen. Für die klamme Kommunalverwaltung ist dies eine willkommene Entlastung – und zugleich eine Chance, ein weiteres Problemunternehmen der Region gezielt anzugehen.
Die Summe stammt überwiegend aus der Begleichung historischer Steuerforderungen, die sich über Jahre angesammelt hatten. Möglich wurde die Auszahlung erst durch den Verkauf der ehemaligen Industrieplattform im Stadtteil Ferneziu. Diese wurde für rund 5,26 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer an einen Investor verkauft. Der Erlös floss in die Insolvenzmasse von Romplumb, aus der nun auch die Forderungen der Stadt bedient werden konnten.
Für die Stadtverwaltung eröffnet sich damit eine konkrete Perspektive: Mit den eingenommenen Mitteln soll der Sitz des ebenfalls staatlichen Unternehmens Remin erworben werden, das sich derzeit noch im Insolvenzverfahren befindet. Die Finanzierung dieses Kaufs kann – so die aktuelle Planung – vollständig aus den Geldern erfolgen, die nun aus der Romplumb-Insolvenz zur Verfügung stehen. Eine zusätzliche Belastung des städtischen Haushalts wäre damit nicht erforderlich.
Im Rathaus spricht man von einem „unerwarteten, aber sehr willkommenen finanziellen Erfolg“. Gerade in Zeiten knapper Budgets sei jede zusätzliche Einnahme von großer Bedeutung, betonen Vertreter der Verwaltung. Zugleich könne man mit dem geplanten Erwerb des Remin-Gebäudes einen weiteren Schritt zur Stabilisierung problembehafteter Wirtschaftsstrukturen in der Stadt setzen.
Allerdings ist die Geschichte damit noch nicht abgeschlossen. Trotz der jüngsten Zahlung bleibt Romplumb weiterhin hoch verschuldet. Zahlreiche Gläubiger – darunter auch die Stadt Neustadt selbst – haben Verfahren eingeleitet, um ihre offenen Forderungen vollständig einzutreiben. Ob und in welchem Umfang weitere Gelder fließen werden, ist derzeit ungewiss.




