Misshandlungsverdacht bei Jugendstrafanstalt

Busiasch – Im Jugend-Erziehungszentrum (Jugendstrafanstalt) Bad Busiasch/Buziaș haben die Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Lugosch/Lugoj Ermittlungen aufgenommen, nachdem zwei Wärter beschuldigt wurden, mehrere männliche Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren sexuell missbraucht zu haben.

Berichten zufolge sollen die Jugendlichen von den beiden Wärtern gezwungen worden sein, sexuelle Handlungen miteinander vorzunehmen, während andere Mitarbeiter des Zentrums zusahen. Wer sich weigerte, sei entkleidet und körperlich misshandelt worden. Die Opfer berichteten, sie hätten als „Belohnung“ Zigaretten erhalten.

Der Vorfall wurde zunächst über mehrere Tage verschwiegen und kam Ende vergangenen Jahres durch eine Kontrolle des Kontrollkorps ans Licht. Laut einer Stellungnahme der Gewerkschaftsverbands der Strafanstaltangestellten (Federația Sindicatelor din Administrația Națională a Penitenciarelor FSANP) überschreitet das Geschehen „jegliche menschliche, moralische und berufliche Grenze“ und zeige die tiefe Degradierung der Leitung des Zentrums.

Die Ermittler sichteten Überwachungsvideos und befragten Dutzende von Personen. Dabei stellten sie fest, dass die Jugendlichen in Räume gebracht wurden, die nicht videoüberwacht waren. Die beiden Beschuldigten bestritten alle Vorwürfe und behaupteten, die Jugendlichen lediglich zu Reinigungsarbeiten gebracht zu haben.

Trotz der Schwere der Vorwürfe reichten die Beweise bislang nicht für Haftbefehle aus. Laut Quellen der Nationalen Strafvollzugsverwaltung (ANP) wurden die beiden Wärter in andere Haftanstalten versetzt. Auch die Leiterin der Wärter wurde nach Arad versetzt, und die Direktorin des Zentrums, Georgeta Dumitrașcă, trat auf Anforderung des Justizministers zurück.

Die FSANP kritisiert das System scharf: „Die Jugendstrafanstalt Busiasch ist der klare Beweis, dass im Strafvollzug ein System der Komplizenschaft herrscht, in dem die Realität verschleiert wird.“ In offenen Schreiben fordern die Strafvollzugs-Gewerkschafter Minister Radu Marinescu und ANP-Chef Bogdan Burcu zum Handeln auf. Der Fall hat landesweit Empörung ausgelöst und wirft ein Schlaglicht auf Missstände im Jugendstrafvollzug Rumäniens.