Mühle-Haus erstmals für Besucher geöffnet

Haus und Garten mit den berühmten Rosensorten der renommierten Temeswarer Floristenfamilie sollen restauriert werden. Foto: Corneliu N. Vaida

Temeswar – Das historische Gebäude „Casa Mühle“ in Temeswar/Timișoara hat am Samstag erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Villa gehörte einst der bekannten Gärtnerfamilie Mühle. Besonders Árpád Mühle machte sich mit seinen Rosenzüchtungen einen Namen, die bis an die Königshäuser in Wien und Budapest geliefert wurden. Das denkmalgeschützte Gebäude war Ende 2025 von der Temeswarer „Politehnica“-Universität für 2,3 Millionen Euro erworben worden und soll künftig als Bildungs- und Kulturzentrum dienen.

Die Rettung der Villa gilt als Erfolg der Zivilgesellschaft. Jahrelang hatten Bürgerinitiativen und Denkmalschützer gegen den Verfall des Gebäudes protestiert. Einer der Initiatoren der Protestbewegung, Corneliu Vaida, sprach bei der Eröffnung von einem „moralischen Gewinn“ für die Stadt.

Bei einem Tag der offenen Tür konnten Besucher zum ersten Mal das Innere der Villa besichtigen. Organisiert wurden zudem eine Buchpräsentation und eine Dokumentarausstellung zur Geschichte der Familie Mühle und zur Bedeutung des Hauses für die Stadtgeschichte Temeswars. UPT-Rektor Florin Drăgan erklärte, die Universität wolle das Gebäude Schritt für Schritt in einen offenen Kultur- und Begegnungsort verwandeln. Geplant seien Werkstätten für Studenten und Schüler, kulturelle Veranstaltungen sowie ein kleiner Museumsbereich zur Geschichte der Familie Mühle. Auch der Garten mit den berühmten Rosensorten der Familie soll langfristig rekonstruiert werden. Architekt Bogdan Demetrescu wies darauf hin, dass die Restaurierung komplex werde, da viele historische Elemente im Laufe der Jahre verloren gegangen seien. Dennoch solle das Haus bereits während der einzelnen Bauphasen weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.