Neue Regeln für Schwerverkehr

Mehr Schutz für Wohngebiete und Infrastruktur

Temeswar (ADZ) – Die Temeswarer Stadtverwaltung hat ein umfassendes Projekt zur Überarbeitung des Verkehrsreglements für schwere Nutzfahrzeuge in die öffentliche Konsultation gegeben. Ziel der Reform sei es – laut einschlägiger Pressemitteilung – die Lebensqualität in Wohngebieten zu erhöhen, die Straßeninfrastruktur zu schonen und den Lärm sowie Schadstoffausstoß zu reduzieren. Dabei sollen sowohl die Bedürfnisse der Anwohner als auch die des Wirtschaftsverkehrs berücksichtigt werden. 

Nach dem Vorentwurf sollen schwere Lkw auf mehreren zentralen Verkehrsachsen nur noch eingeschränkt verkehren. Zu diesen Straßen zählen unter anderem der Liviu-Rebreanu-Bulevard, der Cetății-Bulevard, die Cloșca-Straße sowie der Verbindungs-Korridor Dorobanților – Andrei Șaguna – Baba Dochia – Ștefan O. Iosif, der die Lugoscher Ausfallstraße mit dem Industriegebiet an der Busiascher-Straße verbindet. Ziel ist es, die Belastung durch Durchgangsverkehr in stark urban geprägten Bereichen zu verringern.

Die Vizebürgermeisterin Paula Romocean betonte, die geplanten Änderungen seien Ergebnis eines intensiven Dialogs mit Vertretern der lokalen Wirtschaft. „Wir haben eine ausgewogene Lösung gewählt“, erklärte sie: „Wir reduzieren die Tarife, schaffen aber Ordnung im Verkehr. Zudem streichen wir die kostenfreie Nutzung in der Nacht und begrenzen den Schwerverkehr auf jenen Boulevards, wo Anwohner die meisten Belastungen durch Lärm und Straßenschäden wahrnehmen. Die eingenommenen Mittel fließen direkt in die Straßenerhaltung zurück.“

Der Entwurf sieht umfassende Klarstellungen zum Zugang schwerer Fahrzeuge auf allen Straßentypen der Stadt vor – einschließlich neuer Wohn- und Entwicklungsgebiete. Mit der Ausweitung der eingeschränkten Zonen werden auch die Gebühren für Durchfahrtsgenehmigungen angepasst: Leichtere Lkw zahlen bis zu 50 Prozent weniger, schwerere Fahrzeuge etwa 30 Prozent weniger und lediglich Fahrzeuge über 41 Tonnen sollen höhere Gebühren entrichten als bisher. Eine weitere bedeutende Neuerung ist die Abschaffung der kostenlosen Nachtpassage zwischen 22 und 6 Uhr. Für diesen Zeitraum soll die halbe Tagesgebühr eingeführt werden, um den nächtlichen Lärm in Wohngebieten zu reduzieren. Die Bezahlung der Genehmigungen soll zudem komfortabler werden: Neben Online-Zahlung und Banküberweisung können Gebühren künftig auch an Partner-Tankstellen oder über entsprechende Apps entrichtet werden.

Um Pendler und Fernfahrer nicht unnötig zu belasten, sollen die Hauptzufahrten in die Stadt sowie die Zubringer zu den Industriegebieten von den Beschränkungen ausgenommen werden. Auf diese Weise kann die notwendige Gebühr bereits vor dem Befahren stark regulierter Straßen entrichtet werden.

Neu ist auch die Einführung spezieller Güterverkehrskorridore für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen: Grigore Alexandrescu (teilweise), Marginii, Calea Aradului (teilweise), Amurgului, Divizia 9 Cavalerie und Aristide Demetriade (teilweise). In übrigen Stadtgebieten sollen Schwerlastfahrzeuge bis 5 Tonnen nur auf Boulevards, auf Nebenstraßen nur bis 3,5 Tonnen fahren dürfen.

Wie bisher bleiben bestimmte Fahrzeugkategorien von den Beschränkungen ausgenommen: Dazu zählen Einsatzfahrzeuge, Fahrzeuge im öffentlichen Bauwesen und die Nutzfahrzeuge kommunaler Unternehmen. Neu hinzu kommt eine Ausnahme für Fahrzeuge, die im Dienst kultureller Veranstaltungen und Aktivitäten öffentlicher Einrichtungen stehen.

Der Entwurf wird derzeit öffentlich diskutiert und soll anschließend dem Stadtrat Temeswars zur Abstimmung vorgelegt werden. Erst nach dieser Entscheidung kann der neue Regelungsrahmen verbindlich in Kraft treten.