Hermannstadt – Einen „Poetischen Dialog“ hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Hermannstädter Brukenthal-Gymnasiums vorgenommen: „Es ist nicht selbstverständlich, dass man in der neunten Klasse bereit ist, solche Gedichte vorzulesen“, sagte die Deutschlehrerin und Organisatorin Dr. Andreea Dumitru-Iacob in ihrer Einführung zum Dialog. „Die Liebe reicht manchmal nicht aus, damit man auch zusammen leben kann.“ Aber was bei der Dichterin Ingeborg Bachmann und dem Dichter Paul Celan funktioniert habe, sei ein intensiver Briefwechsel gewesen, so Dumitru-Iacob.
Sofia Banciu (9b), Ania Blăjan (9b) und Horia Crăciun (12a) schreckten die komplexen Gedichte und Texte nicht – souverän trugen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie dem Stadtpublikum im Wechsel Gedichte von Ingeborg Bachmann und Paul Celan und Fragmente aus deren Briefwechsel vor.
Im Anschluss an den „Poetischen Dialog“ zeigte das Kulturzentrum Hermannstadt in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum, dem Goethe-Institut Bukarest, dem Museum für Literatur in Bukarest und dem Brukenthalmuseum in Hermannstadt den Film „Die Geträumten“ von Ruth Beckermann. Der Film beruht auf dem Briefwechsel der beiden Literaten, die sich in der Nachkriegszeit in Wien kennenlernten. Der Film arbeitet die Missverständnisse, die Unterschiede, die Unnahbarkeit, aber auch die unwiderstehliche Anziehungskraft zwischen Bachmann und Celan anhand ihres Briefwechsels heraus.
Eine Doppelausstellung, bestehend aus den beiden Ausstellungen „Schreiben gegen den Krieg – Ingeborg Bachmann 1926-1973“ und „Paul Celan – unter den Wörtern“, zeichnet den literarischen Werdegang, die Lebenswege sowie die emotionale Begegnung Bachmanns und Celans mit Hilfe ihres bewegenden Briefwechsels und ihrer Literatur nach. Sie ist noch bis 1. März im Museum für zeitgenössische Kunst in Hermannstadt zu sehen.





