Reschitza – Das in Arbeit befindliche „Portal (Trans)Banater Kulturgut“ ist Teil eines grenzüberschreitenden Projekts, initiiert vom Museum des Banater Montangebiets (MBM), das, seit dessen Leitung von Dr. Livia Magina übernommen wurde, sehr konkret und äußerst aktiv Präsenz zeigt im Reschitzaer Kulturleben – und das trotz der Tatsache, dass das Museum gegenwärtig eine Baustelle und für Besucher kaum zugänglich ist. Denn das einzige Museumsgebäude, das in kommunistischer Zeit auf dem Gebiet Rumäniens entstanden ist (ein Projekt des aus Bukarest stammenden Architekten [erban Antonescu, der nach der Wende und bis zu seinem Tod auch sonst im sozial-politischen Leben der Stadt und des Landeskreises Karasch-Severin sehr involviert war), ist zwar nach sehr modernen Prinzipien gebaut (Vorbild: Guggenheim-Museum New York), leidet aber seit Inbetriebnahme an der Mangelhaftigkeit der zu Beginn der 1980er Jahre verwendeten Baumaterialien und musste auch dringend wärmegedämmt werden.
Die gegenwärtig von-statten gehenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen hindern aber das Museumspersonal nicht, im Kulturleben von Reschitza aktiv zu sein. Diesmal luden sie in den Kleinen Tagungssaal des Kreisrats zu einem Arbeitstreffen. Es ging um „Administration der Datenbasis und der Anwendungen vom Typus makerspace“ – ein Workshop im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Projekts IPA Interreg Rumänien-Serbien, „Das Portal des Kulturguts des Banats“.
Zusammengesetzt hatten sich diesmal sowohl Museologen als auch (Software)Experten, Fachleute im Tourismus und diverser anderer Sparten, um zu beraten, wie man am besten Fach-Inhalt und Nachhaltigkeit in die benutzten Software-Systeme bringen kann und welches die praktischsten Nutzungsmöglichkeiten des bereits gespeicherten und noch zu speichernden Materials sind.
Es ging also zunehmend auch um die Inwertsetzung bisheriger Ergebnisse der Zusammenarbeit, die seit 2025 auf Initiative des MBM stattfindet. Mittels laufender Digitalisierungsarbeiten hat sich nämlich bereits eine ansehnliche Menge an Material aus den Bereichen Archäologie, Kulturgut, Naturschätze usw. angesammelt, das vermittels des Konzepts „Digital Makerspace“ auch wertvolle Dokumente zugänglich macht. Nun ist man dabei, auf mindestens drei Ebenen vorzugehen: „Digitale Führer“, „Virtuelle Ausstellungen mit Rundsicht von 360 Grad“ und „Digitale Geschichte(n)“. Diese werden durch und über das historische Banat (von dem, seit den Friedensschlüssen der Pariser Vororte von 1918-1920, heute der Großteil in Rumänien und in Serbien liegt) und seine kulturellen Komponenten ausgearbeitet – wozu auf diesem Workshop Tipps und Anleitungen ausgetauscht wurden.
Das Projekt mit der vollständigen, Brüssel vorliegenden Bezeichnung „Digitalisation of the Cultural Traditions of the Banat Region – Securing the Easy Access for Tourists and Experts“ – ohne Englisch geht´s auch in Rumänien nicht mehr! – entsteht im Rahmen einer Projektpartnerschaft zwischen dem MBM und dem Institut für Ungarische Kultur der Vojvodina, mit Sitz in Senta/Zenta an der Theiß. Seele und Moderatorin des Unterfangens ist die Leiterin des MBM, Dr. Livia Magina. Ihr sei es ein Anliegen, erklärte sie den Medien, jenseits der „Konservierung“ der kulturellen Komponenten der Geschichte des Banats (Dr. Magina ist eigentlich Mediävistin) die Involvierung der lokalen Gemeinschaften zu stimulieren, die Bereiche Erziehungs- und Bildungswesen sowie Tourismus anzusprechen. Mit diesen Projekt soll die Angebotspalette erweitert werden, um künftig möglichst viele Institutionen aus vielfältigen Bereichen anzusprechen.




