Großsanktnikolaus – Am Samstag um 17 Uhr beginnen die Ehrungen des in Großsanktnikolaus vor 145 Jahren geborenen Ethnomusikologen, Pianisten, Komponisten und passionierten Sammlers von Banater und Siebenbürgischer Folklore, Béla Bartók. Der beharrliche Leiter des vor rund 25 Jahren gegründeten „Pro Bartók“-Vereins von Großsanktnikolaus, der Apotheker Sándor Tamás, dem am vergangenen Wochenende in der Ungarischen Akademie der Künste in Budapest die hohe Anerkennung der Verleihung des Preises „Magyar Örökség“/„Ungarisches Erbe“ seitens der Stiftung „Magyar Örökség“ und der ungarischen Europa-Gesellschaft zuteilwurde, wird zusammen mit namhaften Gästen (die Rede ist von den Kulturministern Rumäniens und Ungarns, István András Demeter und Balázs Hankó) erst an der 1993 eingeweihten Monumentalbüste „Bartók als Erneuerer der Musik“ des Temeswarers Péter Jézca, danach, 17.15 Uhr, am Standbild Bartóks als Folkloresammler, sitzend an seinem Pathephon, ein Werk des Araders Aurel Ardelean, Blumengebinde und Kränze niederlegen.
Die hohen Gäste aus dem Führungsbereich der Kultur beider Länder werden in Großsanktnikolaus weilen, weil sie auch einen weiteren Schritt im Rahmen der Initiativen von Sándor Tamás und seines „Pro Bartók“-Vereins besiegeln werden: Es handelt sich um das Projekt eines „Béla Bartók-Gedenkhauses, Museums, Forschungs- und Kulturzentrums in Großsanktnikolaus, auf einem Grundstück im Raum des ehemaligen Strandbads, das mittels Finanzierung aus einem EU-„Mikrokosmos-Projekt“ der Städtepartnerschaft zwischen Großsanktnikolaus und dem ungarischen Mórahalom entstehen soll, nach einem bereits seit 2021 vorliegenden Entwurf eines Architekten aus dem Szeklerland, Zakariás Attila. Kofinanzierer und Mitförderer des Projekts wird – so Bürgermeister Dănuț Groza – die Stadt Großsanktnikolaus sein, die u.a. das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Nach den Kranzniederlegungen geht es ins städtische Kulturhaus, wo um etwa 17.30 Uhr das Festkonzert anlässlich Bartóks 145. Geburtstag von einem Temeswarer symphonischen Orchester unter dem Dirigat von Radu Popa (am Klavier: Daniel Detoni, man spielt Bartóks Klavierkonzert Nr. III) und vom Budapester Virtuosenensemble „Muzsikás“ und seinen Gästen bestritten wird. Letztere spielen entweder Versionen von Folklorestücken, die Bartók seinerzeit aufgenommen hatte, oder daraus inspirierte folkloristisch gefärbte Stücke. Der Eintritt zum voraussichtlich um 17.30 Uhr beginnenden Konzert ist frei.




