Reitergrab auf Trasse der Temeswarer Westumfahrung entdeckt

Ein awarisches Reitergrab wird auf der Trasse der künftigen Temeswarer Westumgehung freigelegt. Foto: Straßen- und Brückenbaudirektion Temeswar

Temeswar – Auf der Baustelle der künftigen Westumfahrung von Temeswar ist ein außergewöhnlicher archäologischer Fund gemacht worden. Fachleute haben dort einen Grabkomplex aus dem 6. bis 7. Jahrhundert nach Christus entdeckt, der den Awaren zugeschrieben wird. Nach Angaben der Regionaldirektion für Straßen und Brücken Temeswar (DRDP) weist das Grab typische Merkmale awarischer Reiterkrieger auf, die in dieser Zeit in Mittel- und Osteuropa präsent waren. Besonders auffällig ist die Bestattung eines Reiters zusammen mit seinem Pferd.

In dem Grab wurden zudem Gegenstände aus Gold, Silber und Bronze gefunden. Nach Einschätzung der Archäologen deuten sie auf einen hohen sozialen Rang des Bestatteten hin und liefern Hinweise auf Bestattungsriten sowie die soziale Struktur awarischer Gemeinschaften.

Die Untersuchungen werden von Fachleuten des Geschichtsmuseums in Sathmar/Satu Mare durchgeführt und dauern an. Sie laufen parallel zu den vorbereitenden Arbeiten auf der Baustelle der Umgehungsstraße und sollen den Fortgang des Infrastrukturprojekts nicht beeinträchtigen.

Die archäologischen Entlastungsarbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Projekt der Westumfahrung. Entlang der knapp 14 Kilometer langen Trasse wurden insgesamt 13 Stellen ausgewiesen, an denen archäologische Untersuchungen durchgeführt werden oder noch geplant sind. Bereits Ende März hatte die DRDP Temeswar mitgeteilt, dass in dem Gebiet Spuren einer sarmatischen Besiedlung aus dem 2. bis 3. Jahrhundert sowie Funde aus der Geschichte von Sackelhausen/Săcălaz aus dem 17. und 18. Jahrhundert entdeckt wurden.

Die Westumfahrung von Temeswar soll rund 13,9 Kilometer lang werden und zwei Fahrspuren pro Richtung erhalten. Die Trasse verläuft über das Gebiet der Stadt Temeswar sowie der Gemeinden Sackelhausen und Rumänisch-Sanktmichael/Sânmihaiu Român. Geplant sind vier Verkehrsknotenpunkte, zehn Brücken und Überführungen sowie zwei Parkplätze.