Großwardein – Die Stadt Großwardein/Oradea blickt auf ein außergewöhnliches Finanzjahr zurück: 2025 flossen insgesamt 617 Millionen Lei (rund 121 Millionen Euro) an nicht rückzahlbaren Fördermitteln in den Stadthaushalt – so viel wie noch nie zuvor. Davon stammen 315 Millionen Lei aus europäischen Fonds, ein neuer Höchstwert in der Geschichte der Stadt.
Bürgermeister Florin Birta bezeichnete 2025 als „Referenzjahr“ und verwies auf die gleichzeitige Umsetzung klassischer EU-Programme und des Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplans (PNRR). Diese Kombination habe es in früheren Jahren entweder gar nicht oder nicht in vergleichbarer Größenordnung gegeben. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 lag bei 212 Millionen Lei aus EU-Mitteln.
Die Fördergelder wurden in zahlreiche konkrete Projekte investiert, die das Stadtbild und die Lebensqualität der Einwohner nachhaltig verändern. Schwerpunkte lagen auf Mobilität, Energie, Bildung, Gesundheitswesen, Infrastruktur und Grünflächen. Zu den wichtigsten abgeschlossenen oder weit fortgeschrittenen Projekten zählen der Produktionsblock VII des Heizkraftwerks CET, die Anschaffung von Elektrobussen und Straßenbahnen, das Krankenhaus Vlădeasa, das neue Ambulatorium des Kreiskrankenhauses sowie die Umgestaltung der Piața Cetate.
Besonders im Gesundheitsbereich wurden erhebliche Investitionen getätigt: Neben einem neuen Ambulatorium und einer modernen Intensivstation wurde auch ein chirurgischer Operationsroboter angeschafft. Mehrere Krankenhäuser wurden energetisch saniert – ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
Wie der Direktor der Abteilung für international finanzierte Projekte, Marius Moș, erklärte, befanden sich 2025 69 Projekte in Umsetzung, während 41 weitere Projekte im Wert von über 350 Millionen Euro derzeit geprüft werden. Sechs Projekte mit einem Gesamtvolumen von 37 Millionen Euro konnten bereits abgeschlossen werden. Insgesamt liegt das Fördervolumen damit um 48 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2015.
Auch die Bildung profitierte erheblich: Die Mehrheit der Schulen und Kindergärten wird über den PNRR saniert und modern ausgestattet. Ein besonders lange erwartetes Projekt ist die Sanierung des Nationalkollegs „Mihai Eminescu“.




