Reschitza will eigenen Forstamtsbezirk

Zustimmung zur Gründung eines stadteigenen Autonomen Regiebetriebs

Reschitza – Vor mehreren Jahren hat Reschitza zusammen mit einer ansehnlichen Anzahl von Gemeinden des Banater Berglands – sämtlich Besitzer von Forsten – den Forstamtsbezirk (Ocolul silvic) Banatul Montan (OSBM) gegründet. Gegenwärtig steht dieser kurz vor der Pleite, weil mehrere der Gesellschafter-Gemeinden noch nie ihren Mitgliedsbeitrag beglichen haben. Dass so etwas unter dem Regiment von Bürgermeister Ioan Popa (PNL) nicht lange geht, erwies sich jetzt erneut: Popa und sein ebenso hemdsärmeliger Vizebürgermeister Daniel C˛lin haben für die Januartagung des Stadtrats von Reschitza eine Beschlussvorlage ausgearbeitet, derzufolge Reschitza einzige bevollmächtigte Stelle – einziger Gesellschafter – des Forstamtsbezirks OSBM bleiben will, zumal auch bisher das Ganze in etwa so funktioniert hat. Nur hat der Haken der Zahlungsdisziplin mehrerer Gemeinden, die inzwischen dem Verbund Millionen Lei schulden, den Forstamtsbezirk an den Rand der Insolvenzerklärung gebracht.

Der Forstamtsbezirk OS Banatul Montan RA (Autonomer Regiebetrieb) umfasst neben Reschitza weitere 14 Kommunen. Jeder der Gesellschafter ist durch einen Kommunalratsbeschluss dem Verbund beigetreten. Um auf die Rolle des Gesellschafters zu verzichten, braucht es neuerlich einen diesbezüglichen Kommunalratsbeschluss. Das kann dauern.
Der Reschitzaer Vizebürgermeister Daniel Călin erklärte die Reschitzaer Entscheidung so: „Es gibt leider im Rahmen jedes Zusammenschlusses schwarze Schafe. Zahlungsverweigerer. Unser Forstamtsbezirk ist deswegen am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Zwei der Kommunen haben noch nie ihren Mitgliedsbeitrag entrichtet: Lăpușnicul Mare und Iablani]a. Die 36 Angestellten des Forstamtsbezirks stehen seit Monaten ohne Löhne da.“ Deswegen erlebe der Forstamtsbezirk Banatul Montan eine seiner schwierigsten Perioden. Es gebe wegen Zahlungsausfällen bereits Gerichtsverfahren, die „noch 4-5 Jahre” dauern könnten. Schlussendlich: es muss sein einziger Verantwortlicher und eine entscheidungsstarke Hand her, um die Dinge ins Lot zu bringen. Reschitza bietet sich dazu an.

Der Forstamtsbezirk Banatul Montan (OSBM) umfasst als Eigenbesitz 13.684,52 Hektar Forste im Weichbild der Kommunen Brebu, Weidenthal, Kraschowa, Rumänisch-Tschiklowa, Cornea, Forotic, Goruia, Iablanița, Lăpușnicul Mare, Naidăș, Reschitza, Deutsch-Saska, Slatina Timiș, Socol, Târnova und Ticvaniu Mare. Streubesitz, sozusagen. OSBM verwaltet zusätzlich, vertragsgebunden, die Forste der Kommunen Domașnea, Fârliug, Lupak, Neumoldowa, Pojejena, Ramna, Șopotu Nou (7.368,02 Hektar) – weiterer Streubesitz – und sichert den Wachtdienst der Forste der Kommune Dalboșeț, einer Reihe von Kirchen sowie von Privatpersonen (insgesamt 1592,868 Hektar). Damit verantwortet der OSBM praktisch fast über ein Zehntel des gesamten Forstbestands des Banater Berglands. Die zahlungsunwilligen Kommunen Lăpușnicul Mare und Iablanița liegen auf Rang 1 und 3 der größten kommunalen Waldbesitzer, mit 1860,30 bzw. 1452,5 Hektar Forst.

Vor dem Finanzamt hat OSBM das Jahr 2024 noch positiv abgeschlossen, mit einem Nettoumsatz von 3,6 Millionen Lei, von dem 360.631 Lei Profit abgefallen sind. Nicht viel, immerhin aber keine Verluste. Für 2025 sind Verluste angekündigt. Daher auch die Lohnprobleme der 36 Arbeitnehmer des OSBM.

Derselbe Reschitzaer Vize Daniel Călin: „Wir warten auf die ausstehenden fast eine Million Lei der säumigen zwei Beitragszahler. Das Schlimme ist; jede Kommune, die Forste besitzt, bekommt von der Regierung Gelder, um sich um diese Forste zu kümmern. Der fällige Mitgliedsbeitrag ist von den Regierungsgeldern gedeckt. Aber die betreffenden Kommunen lassen uns die Arbeit an ihren Forsten für sie tun und verwenden das dafür bekommene Geld anders. Nach Gutdünken. Und das ist unfair. Es ist auch eine Übertretung des Vertrauens, das die Regierung in sie setzt, indem sie ihnen zweckgebundene Gelder überweist. Auch des Vertrauens, das wir in sie gesetzt haben. Partnerschaft kann man so etwas nicht gerade nennen …“