Ro-Alert in Bukarest

Ein 11-Jähriger wurde vermisst, aber wieder aufgefunden

Bukarest - Am Samstagabendsind die meisten Menschen, die in Bukarest waren, wahrscheinlich kurz aufgeschreckt, als am Abend ihr Handy einen schrecklichen Alarmsound abgespielt hat. Es wurde nämlich das Ro-Alert System ausgelöst, welches auf alle Handys im Bukarester Netz eine Vermisstenmeldung gespielt hat.

Dabei ging es um einen 11-jährigen Jungen, der vermisst gemeldet wurde. Diese Nachricht hat dann auch sehr schnell zu Erfolg geführt. Die Stadtverwaltung von Bukarest teilte nämlich mit, dass der Fahrer eines Oberleitungsbusses der Linie 90 (bei der Station am Cișmigiu Park) am Samstag gegen 21 Uhr ein unbegleitetes Kind im Fahrgastraum bemerkte. Es handelte sich um den elfjährigen Jungen.

Der Fahrer heißt Nicolae Barbu, so die Stadtverwaltung. „Da mehrere Fahrgäste im Auto saßen, dachte ich, er sei in Begleitung. Doch als ich mich Semănătoarea näherte, merkte ich, dass er allein war. Ich ging auf ihn zu, und er sagte mir, er wolle in die Gemeinde Pantelimon und seine Mutter warte in der Nationalarena auf ihn. Er wirkte ängstlich und schüchtern. Ich sprach ruhig mit ihm und sagte ihm, er sei falsch abgebogen und solle auf dem Rückweg bei mir bleiben, da ich direkt dort vorbeikäme. Ich setzte ihn auf den Beifahrersitz, damit ich ihn besser sehen und im Auge behalten konnte. Ich dachte mir, wenn seine Mutter nicht auf ihn warten würde, würde ich die Polizei rufen“, so wird Barbu von der Stadt auf Facebook zitiert. 

Auf dem Rückweg, am Rosetti-Platz, erhielt er die Ro-Alert-Meldung über das Verschwinden des Kindes mit allen Details (Alter, Größe, Kleidung). Der Fahrer erkannte, dass es sein kleiner Fahrgast war, und rief sofort die Notrufnummer 112 an, wie aus dem Beitrag hervorgeht. „Es war 21 Uhr. Die Polizei traf wenige Minuten später an der zweiten Haltestelle, der Schule in Iancului, ein. Ich hielt an, bat die übrigen Fahrgäste auszusteigen und ließ die Polizei eingreifen. Das Kind bekam noch mehr Angst und weigerte sich auszusteigen, aber schließlich konnte es beruhigt und versorgt werden“, so der 47-jährige Fahrer.