Schiffsdiesel auf Donaustausee abgelassen

Neumoldowa – Angler und Anwohner meldeten am Samstagvormittag per Notruf 112, dass das Donauwasser, das bei Neumoldowa talwärts fließt, verdächtige irisierende Farbspiele zeigt – was man gemeinhin so von der Verschmutzung der Wasseroberfläche durch ölhaltige Substanzen kennt. Die Gewässerverwaltung ABA Banat organisierte einen Soforteingriff, erst einmal, um die Dimension des Ölteppichs festzustellen.

Dieser war mehr als zwei Kilometer lang und bis zu 300 Meter breit (die Donau ist im betreffenden Bereich drei-vier Kilometer breit, bevor sie in den Donauengpass beim Eisernen Tor einmündet und an dessen engster Stelle 178 Meter breit ist). Das in solchen Fällen bei ABA Banat einberufene Operativ-Komitee für Notfälle sandte ein Einsatzteam an Ort und Stelle. Dieses nahm Wasserproben zwecks späterer Laboranalysen, um die genaue Verschmutzungsquelle und die Zusammensetzung der vorgefundenen Substanzen auszumachen. Laut Augenschein müsste es sich um das sogenannte „Bilgewasser“ eines Schiffes handeln (verschmutztes Wasser aus dem Schiffsraum/-rumpf), ein Gemisch von Wasser und Treibstoff- oder Ölresten, das in der Regel, gegen Gebühr, in einem Hafen in spezielle Container abzupumpen ist, um danach auf dem Festland umweltfreundlich gereinigt und neutralisiert zu werden.

Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Schiffskapitäne oder -eigner dieses Bilgewasser einfach in jene Gewässer entsorgen, die sie zur Fahrt nutzen. Denn es ist extrem schwierig, später genau jenes Schiff auszumachen, das das Umweltverbrechen der Gewässerverseuchung begangen hat. Entsprechend hoch sind die Strafen, allerdings, wegen der Schwierigkeit des Identifizierens, können sie selten verhängt werden.

Aufgrund der Unschuldsvermutung (oder der Quasi-Unmöglichkeit der Identifizierung des Auslösers) spricht man bei ABA Banat von „versehentlich“ abgelassenem Bilgewasser.

Zum Glück ist diesmal kein Fischsterben im Donaustausee konstatiert worden. Das Einsatzteam von ABA Banat, dem ein Team der Hydrotechnischen Beobachtungsstation aus Karansebesch zur Unterstützung geschickt wurde, haben erst neutralisierende Substanzen über den öligen Teppich gestreut, womit sie das Öl zum Koagulieren brachten, um es nachher abzuschöpfen. Die beiden koordinierten Maßnahmen führten dazu, dass eine Ausbreitung bzw. ein Weiterschwimmen der umweltverschmutzenden Substanzen verhindert werden konnte. Sonntagvormittag meldete ABA Banat, dass die gesamte Verschmutzung neutralisiert ist und dass die „Lage gegenwärtig unter Kontrolle“ sei.