Reschitza – Was bereits bei Baubeginn zweifelhaft war, wird nun vom Reschitzaer Bürgermeisterstellvertreter Daniel Călin (PNL) bestätigt: das Firmenkonsortium, das mit den Bauarbeiten des Reschitzaer dualen Schulcampus beauftragt wurde, kann trotz intensiver Bautätigkeit die Arbeiten nicht bis zum 31. August beenden. Nach dem 31. August 2026 werden die Finanzierungen über das Nationalprogramm für Wiederaufbau und Resilienz PNRR eingestellt. Vizebürgermeister Călin bleibt trotzdem zuversichtlich: „Wir haben bereits eine alternative Finanzierungsquelle für den Fertigbau identifiziert.“
Das gesamte Projekt war von Beginn an für rumänische Verhältnisse sehr knapp getaktet. Ende März 2025 wurde das Gelände der ehemaligen Kalkfabrik auf dem Neubaugebiet Mociur – eine Industriebrache, das Gelände des ehemaligen Standorts Mociur des Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR und von Anlagen des Eisenhüttenkombinats CSR – erst freigemacht von den Ruinen der seit rund 40 Jahren nicht mehr existierenden Kalkfabrik (die Teil des bereits kurz nach 1990 abgerissenen Erzsinterwerks war – wohin die Reschitzaer Industrieseilbahn das Dolomitgestein aus dem Doman-Tal transportierte). Das Initiativkonsortium des Projekts „Integrierter dualer Schulcampus“, bestehend aus dem – wie in fast allen Reschitzaer Projekten führend vorpreschenden – Rathaus Reschitza, dem Kreisrat Karasch-Severin, der Reschitzaer Filiale der Klaubenburger „Babeș-Bólyai“-Universität und 19 Firmen, die die duale Berufsausbildung in Reschitza unterstützen (und deren Nutznießer sind), hatte erst im April 2024 seitens des Bildungsministeriums die offizielle Zustimmung für eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 122,6 Millionen Lei (etwa 24,52 Millionen Euro, nach heutigem Wert) aus dem von der EU alimentierten PNRR-Fonds erhalten. Im August 2024 wurde das Projekt zur Bauausführung ausgeschrieben, im Februar 2025 wurde es dem einzigen Interessenten, dem Konsortium aus der Temeswarer Baufirma Constructim SA und Chrom Design SRL anvertraut. Schon damals hieß es, dass die Bauzeit bis zum Ausklingen der PNRR-Finanzierung für rumänische Verhältnisse äußerst knapp bemessen, aber „noch realisierbar“ sei – was sich aber heute als eine zu optimistische Prognose und Hoffnung erweist. Obwohl Vizebürgermeister Călin den Bauleuten weiterhin bescheinigt, dass sie „zügig arbeiten“. Der damalige Optimismus betreffs Fertigstellung des Vorhabens gründete auch auf der insgeheimen Hoffnung, dass es möglich sein könnte, die Dauer der PNRR-Finanzierung „mindestens bis zum 31. Dezember 2026“ zu verlängern. Was sich als unrealistisch erwies.
Nun sagte Bürgermeisterstellvertreter Daniel Călin den Medien: „Ich muss ehrlich sein und zugeben: wir können den PNRR-Termin nicht einhalten. Doch gerade weil wir uns bewusst sind, dass wir nicht alle PNRR-Gelder abrufen werden können, die wir benötigen, um unser Ziel zu erreichen – der August-Termin ist schon zu nahe – haben wir bereits die Alternativquelle zum Weitermachen identifiziert: die Regionalentwicklungsagentur ADR West. Wir haben vier Bauensembles fertigzustellen. Ihr aktueller Stand ist folgender: Das am weitesten fortgeschrittene liegt bei 50 Prozent, es folgt ein Baukörper bei 22 Prozent, der dritte ist bei 10 Prozent und der vierte ist erst im Stadium der Vorbereitung für das Gießen der Fundamente.“




