Stadt räumt Villa am Loga-Boulevard

Nutzung als Bildungseinrichtung geplant

Temeswar – Die Stadt Temeswar hat am Dienstag die bislang von Angehörigen eines Roma-Clans illegal besetzte Villa am Constantin-Diaconovici-Loga-Boulevard Nr. 52 räumen lassen. Grundlage war ein rechtskräftiges Urteil des Kreisgerichts aus dem November 2025. Die Maßnahme wurde in Anwesenheit von Bürgermeister Dominic Fritz sowie eines Gerichtsvollziehers, der Polizei und der Gendarmerie umgesetzt. Damit ist ein langjähriger Rechtsstreit um die Immobilie vorerst abgeschlossen.

Die Villa, die auf einem rund 1200 Quadratmeter großen Grundstück steht, war in den 1990er Jahren durch gefälschte Eigentums- und Verkaufsdokumente in den Besitz von Roma-Großfamilien gelangt. Nach mehreren Verfahren wurde sie später wieder in das Eigentum der Stadt überführt. Bereits im September 2023 ließ das Bürgermeisteramt die Stadt als Eigentümer ins Grundbuch eintragen.

Die tatsächliche Inbesitznahme verzögerte sich jedoch durch weitere Prozesse. Das Räumungsverfahren wurde mehrfach vertagt und schließlich nach Arad verlegt. In erster Instanz blieb die Stadt ohne Erfolg, erst das Arader Kreisgericht gab der Klage statt. Bürgermeister Fritz sprach vor Ort von einem „wichtigen Tag für Temeswar“ und verwies auf die Dauer und Schwierigkeit des Verfahrens. Nach der Eintragung ins Grundbuch habe es weitere zweieinhalb Jahre gedauert, bis die Räumung durchgesetzt werden konnte. Zugleich kündigte er an, die Rückführung von städtischem Eigentum weiter voranzutreiben. Die Familie, die das Gebäude zuletzt bewohnt hatte, verließ die Villa vor der Räumung und entfernte einen Großteil der Einrichtung. Ein Teil des Mobiliars wurde in ein Nebengebäude gebracht; dafür wurde eine Frist von 20 Tagen zur Räumung gesetzt. Nach Angaben der Stadt befindet sich die Villa insgesamt in einem guten Zustand. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, das Gebäude künftig für Bildungszwecke zu nutzen. Nach kleineren Umbauarbeiten soll dort eine Kindertagesstätte oder ein Kindergarten eingerichtet werden.

Der Fall gilt als eines der bekanntesten Beispiele für umstrittene Immobiliengeschäfte der 1990er Jahre in Temeswar, bei denen mehrere innerstädtische Gebäude in den Besitz von Roma-Clans gelangten. Das Verfahren zur Rückgewinnung der Villa war bereits 2016 eingeleitet worden und wurde von der aktuellen Stadtverwaltung fortgeführt.