Stadtrat beschließt Stellenabbau in Temeswarer Verwaltung

Temeswar – Der Temeswarer Stadtrat hat am Dienstag den Abbau von mehr als 220 Stellen in der Stadtverwaltung und mehreren nachgeordneten Einrichtungen beschlossen. Grundlage ist die Dringlichkeitsverordnung OUG 7/2026, mit der die Personalobergrenzen in der Lokalverwaltung deutlich gesenkt werden. Trotz Kritik und Forderungen nach mehr Transparenz stimmte eine Mehrheit der Stadträte den neuen Stellenplänen zu, um finanzielle Nachteile für die Stadt zu vermeiden.

Betroffen sind neben dem Verwaltungsapparat der Stadt auch die Lokalpolizei, die Steuerdirektion, der städtische Sportclub sowie die Generaldirektion für städtische Projekte, Sport und Schienenverkehr, eine von Beginn an umstrittene Konstruktion. Von den gestrichenen Stellen sind 102 derzeit besetzt.

Hintergrund ist die gesetzliche Vorgabe, die maximale Zahl der Stellen in der Lokalverwaltung um 30 Prozent zu reduzieren. Kommunen, die diese Vorgaben nicht erfüllen, riskieren Einbußen bei den Anteilen an der Einkommensteuer, einer wichtigen Einnahmequelle der lokalen Haushalte.

Bürgermeister Dominic Fritz bezeichnete die beschlossenen Maßnahmen als „nicht ideal“, aber notwendig. Ziel sei eine möglichst ausgewogene Verteilung der Einsparungen, ohne die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen wesentlich zu beeinträchtigen. Kritik kam vor allem aus den Reihen der Opposition. Vertreter der PNL warnten, dass erfahrene Fachkräfte betroffen sein könnten, während USR-nahe Mitarbeiter geschont würden. Die PSD äußerte ebenfalls Vorbehalte und kritisierte die gesetzlichen Vorgaben aus Bukarest, stimmte letztlich jedoch zu.

Besonders umstritten war die Reduzierung bei der Lokalpolizei, die mehrere Stadträte als problematisch bezeichneten. Auch Gewerkschaften bemängelten fehlende Klarheit über die Auswahl der zu streichenden Stellen sowie mögliche Folgen für die Arbeitsbelastung.

Bereits am Vortag der Abstimmung hatte es eine öffentliche Debatte gegeben, an der neben Stadträten auch Gewerkschaftsvertreter und Betroffene teilnahmen. Dabei wurden rechtliche Fragen zur bestehenden Organisationsstruktur ebenso angesprochen wie Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung. Die aktuelle Maßnahme folgt auf eine frühere Reorganisation im Herbst, bei der bereits 43 Stellen gestrichen worden waren.