Start für die Skidomäne Semenik

Die drei Initiatoren bereiten auch Möglichkeiten für schneefreie Perioden vor

Bürgermeister Ioan Popa, die treibende Kraft hinter den Vorhaben des touristischen Umbaus des Bergstocks des Semenik bei Reschitza Foto: Werner Kremm

Reschitza – Das Projekt der Umwandlung des Bergstocks des Semenik – die Hänge zwischen dem Hochplateau auf rund 1500 Meter Seehöhe und Franzdorf/Văliug – wird nun schon seit gut einem Jahrzehnt mit der dem Staat spezifischen Langsamkeit vorangetrieben: von der Gemeinde Franzdorf – der Besitzerin des Großteils des Geländes –, dem Kreisrat Karasch-Severin (der eingestiegen war zu Zeiten, als er vom Ski- und Bergfan Romeo Dunca im Auftrag der PNL geleitet wurde) und dem Rathaus Reschitza – wo Bürgermeister Ioan Popa (PNL, ein begeisterter Mountainbike-Fahrer, Skifahrer und Bergwanderer, der Initiator und die treibende Kraft hinter dem Projekt) mit Amtsübernahme vor zehn Jahren sich vor den Karren spannte und das Vorhaben mit dem ihm spezifischen Unternehmergeist vorantrieb.

Vergangene Woche hat nun das Rathaus Reschitza den Startschuss zur Umsetzung des Hauptteils des 224 Millionen Lei teuren Vorhabens (rund 44,8 Millionen Euro) gegeben, durch welches der Bergstock in ein modernes touristisches Unternehmen umgewandelt werden soll. Der Semenik – auch „Wasserturm des Banats“ genannt – ist bereits ein Unikat in der rumänischen Karpatenwelt, seit er zu einem Bergstock verbaut wurde, dessen nahezu gesamte Wasserkraft, seine hydroenergetische Energie, von Menschenhand aufgestaut und genutzt wird, so dass er als der einzige vollständig hydroenergetisch genutzte Bergstock Rumäniens gilt.

Nun entstehen an seinen Nord- und Westhängen drei insgesamt 13 Kilometer lange Skipisten, versehen mit modernen Kabeltransporteinrichtungen (101 Kabinen mit je zehn Plätzen, samt Verstauungsmöglichkeiten für Fahrräder), mit einer Transportfähigkeit von 2400 Personen pro Stunde. Es werden Brücken gebaut (über den Gozna-Bach), Schneekanonen aufgestellt, Unterbringungs- und Wartungsräume für die gesamte Pisten-Instandhaltungstechnik werden errichtet.

70 Prozent der Kosten dieses Projekts stellt das Ministerium für Wirtschaft, Digitalisierung, Unternehmertum und Tourismus. Die restlichen 30 Prozent müssen die drei Projektpartner – Kreisrat Karasch-Severin, Stadtrat Reschitza und Gemeinderat Franzdorf – aufbringen. Bedingung für die Finanzierung seitens des Tourismusressorts des Wirtschaftsministeriums war, dass das Vorhaben einen Ganzjahresbetrieb garantiert. Deswegen werden im Rahmen des Projekts moderne Sommerattraktivitäten der Bergregionen entstehen: Pump-Tracks, Seilrutschen, Themenparks zu vielfachen Sujets. Für diesen Teil des Vorhabens gibt es auch EU-Unterstützung, denn sie sind Teil der Wirtschaftsstrategien, die dem Klimawandel Rechnung tragen.

Der Reschitzaer Bürgermeister Ioan Popa erklärt: „Die Seilrutsche, zum Beispiel, bauen wir parallel zur Trasse des Kabeltransports. Der Abenteuerpark wird so gebaut, dass die hier tobenden Kinder keiner besonderen Überwachung bedürfen. Bei allem wollen wir, soweit möglich, Plastik vermeiden. Auf den Spiegel des Franzdorfer Oberen Stausees (Gozna) bauen wir eine mobile Bühne. Die wird an Sommerabenden und -nächten bespielt oder es finden Konzerte statt. “