Streit um Immobilie in Neumoschnitza: Simonis weist Vorwürfe zurück

Kreisratschef spricht von Eventhalle, Kritiker verweisen auf Grundbucheintrag

Temeswar (ADZ) – Ein Bericht in einer Temeswarer Lokalzeitung über eine große Immobilie in der stark wachsenden Vorortgemeinde Neumoschnitza/Mo{ni]a Nou² hat eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Vorsitzenden des Temescher Kreisrats, Alfred Simonis (PSD), ausgelöst. Während in dem Beitrag der Eindruck erweckt wurde, es handle sich um eine luxuriöse Privatresidenz des Politikers, wies Simonis diese Darstellung zurück und sprach von einer geschäftlichen Investition.

In einer weiteren Reaktion hielt die Zeitung an ihren Vorwürfen fest und verwies auf Angaben aus dem Grundbuch.

Im ersten Bericht schrieb die Zeitung Simonis einen auffälligen Wandel seines Lebensstils zu. Sie stellte einen Zusammenhang zwischen seinem politischen Aufstieg, mehreren Immobilien in derselben Straße in Neumoschnitza und dem Ausbau der Infrastruktur in dem Bereich her. Zudem warf sie die Frage auf, aus welchen Mitteln die mutmaßlich repräsentative Immobilie finanziert worden sei. Anfang der Woche reagierte Simonis darauf. Er bezeichnete die Darstellung, bei dem Gebäude handle es sich um sein Wohnhaus, als „große Lüge“. Das Objekt sei keine Privatresidenz, sondern eine Investition in eine künftige Veranstaltungshalle. Die Immobilie sei in den vergangenen fünf Jahren errichtet und im Januar 2025 in das Grundbuch eingetragen worden, also noch vor Beginn seines Mandats an der Spitze des Kreisrats. Auch die Erschließung der Straße und die Versorgungsanschlüsse seien privat finanziert worden, nicht aus öffentlichen Mitteln, sagte Simonis.

Zugleich verwies der Politiker auf seine unternehmerische Tätigkeit. Er erklärte, er sei bereits vor seinem Amtsantritt Geschäftsmann gewesen und an mehreren Unternehmen beteiligt, die nach seinen Angaben Jahresumsätze und Gewinne in Millionenhöhe erzielten. Keines dieser Unternehmen habe Verträge mit dem Staat. Seine Besitzverhältnisse und Beteiligungen seien seit Jahren in den Vermögens- und Interessenserklärungen nachvollziehbar, sagte Simonis. Zudem kündigte er rechtliche Schritte gegen das Medium an, das die Vorwürfe veröffentlicht hatte, er sehe sich diffamiert.

In einer weiteren Stellungnahme wies die Zeitung diese Darstellung erneut zurück. Sie berief sich dabei auf einen Grundbuchauszug zu fünf Parzellen, auf denen die Anlage errichtet wurde. Demnach sei dort ausdrücklich ein „Wohnhaus“ mit einer bebauten Fläche von 739 Quadratmetern eingetragen, daneben eine Garage mit 164 Quadratmetern und ein Schwimmbecken mit 47 Quadratmetern. Zudem verwies das Blatt auf ein weiteres Gebäude von rund 150 Quadratmetern auf dem Nachbargrundstück, das nach eigener Darstellung noch nicht in den Unterlagen erscheine.

Die Zeitung argumentierte ferner, eine spätere Umwidmung eines Wohngebäudes in eine Veranstaltungslocation setze in der Regel zusätzliche Genehmigungen und bauliche Anpassungen voraus.