Synagoge wird zum kulturellen Zentrum

Seini – In der Stadt Seini im Kreis Maramuresch steht ein einzigartiges Projekt kurz vor dem Abschluss: Die historische Synagoge wird zu einem Museum der jüdischen Geschichte und gleichzeitig zu einem multifunktionalen Kulturraum umgebaut. Dieses ambitionierte Vorhaben soll die kulturelle Szene der Region bereichern und das historische Erbe der jüdischen Gemeinde in Transsilvanien bewahren.

Die ehemalige Synagoge von Seini, ein Bauwerk aus dem Jahr 1904, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach dem Holocaust verließen die meisten jüdischen Einwohner die Stadt, und das Gebäude wurde 1984 von der Föderation der Jüdischen Gemeinden in Rumänien verkauft. Über die Jahre hinweg wurde das Gebäude vernachlässigt, als Lagerraum genutzt und war zunehmend dem Verfall preisgegeben.

Doch nun erfährt das historische Gebäude eine spektakuläre Wiedergeburt. Durch ein EU-gefördertes Projekt wird die Synagoge nicht nur als Museum der jüdischen Geschichte der Region Siebenbürgen, sondern auch als vielseitiger Kulturraum mit einer Konzerthalle und Veranstaltungsräumen umgebaut. Das Gebäude wird künftig nicht nur Kunst- und Geschichtsausstellungen beherbergen, sondern auch als Veranstaltungsort für Symphoniekonzerte, Theateraufführungen und kulturelle Workshops dienen.

Das Projekt wird größtenteils aus nicht rückzahlbaren EU-Mitteln im Rahmen des Regionalprogramms Nord-West finanziert. Die Arbeiten schreiten zügig voran, und jetzt ist eine wichtige Phase des Projekts in Angriff genommen worden: die Ausschreibung für die Ausstattung des Gebäudes, darunter Möbel, IT-Ausrüstung und Audio-Technik. Der Gesamtwert des Ausschreibungsverfahrens beträgt rund 1,1 Millionen Lei. Die Entscheidung für die Vergabe wird auf Basis des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses getroffen, wobei der Preis, die Garantiebedingungen und der Liefertermin berücksichtigt werden.

Mit dieser Ausstattung soll die Synagoge zu einem echten kulturellen Zentrum werden, das den Bedürfnissen der Besucher und der lokalen Gemeinschaft gerecht wird. Der Umbau und die Ausstattung des Gebäudes sind ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu seiner Eröffnung, die in den kommenden Monaten stattfinden soll.

Neben der Erhaltung der historischen Substanz der Synagoge wird ein besonderes Augenmerk auf die akustischen Eigenschaften des Gebäudes gelegt. So wird die Synagoge mit einer Konzerthalle ausgestattet, die 50 Personen Platz bietet – ideal für kleinere symphonische Konzerte oder Theateraufführungen. Der Außenbereich des Gebäudes wird in einen öffentlichen Raum umgewandelt, mit einem kleinen Park, Spazierwegen, urbanem Mobiliar und einer musikalischen Springbrunnenanlage. Dieser Raum soll nicht nur für die lokale Gemeinschaft, sondern auch für Touristen ein Ort der Erholung und Begegnung werden.

Die restaurierten und umgebauten Räume werden einen wichtigen Teil der Geschichte von Seini bewahren. Die Synagoge war einst ein Zentrum des jüdischen Lebens in der Region, und ihre Wiederbelebung ist ein Symbol für die Bedeutung des kulturellen Erbes. Die Restaurierung, die rund 9 Millionen Lei gekostet hat, wurde von einem Konsortium aus den Firmen Euras Sathmar/Satu Mare und Roda Neustadt/Baia Mare durchgeführt. Ursprünglich war eine andere Firma als Gewinner des Ausschreibungsverfahrens vorgesehen, doch die Entscheidung wurde nach einer Beschwerde beim Nationalen Ausschuss für die Lösung von Beschwerden revidiert.

Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die Kombination von historischer Bewahrung und moderner Nutzung. Es stellt sicher, dass die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Seini und Siebenbürgen nicht vergessen wird und gleichzeitig ein lebendiger kultureller Raum für die Zukunft geschaffen wird.