Temeswar – Der Temescher Kreisrat hat am Mittwoch den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Alle 29 anwesenden Kreisräte stimmten dem Entwurf zu. Nach Angaben der Kreisverwaltung handelt es sich mit einem Gesamtvolumen von rund 1,156 Milliarden Lei um den größten Haushalt in der Geschichte der Institution. Knapp 945 Millionen Lei entfallen auf den eigentlichen Kreishaushalt; der Rest setzt sich aus Krediten, Budgets nachgeordneter Einrichtungen und weiteren Finanzierungsquellen zusammen. Mehr als 557 Millionen Lei sind für Investitionen und Entwicklungsprojekte vorgesehen, rund 387 Millionen Lei für laufende Ausgaben.
Ein im Plenum angenommener Änderungsantrag vom stellvertretenden Kreisratsvorsitzenden Alin Popoviciu (PNL) sieht vor, eine Million Lei vom Investitionsprogramm für die geplante Mehrzweckhalle mit 2500 Plätzen in den Bereich Sport umzuleiten. Damit sollen zusätzliche Anträge von Sportvereinen und Verbänden unterstützt werden. Insgesamt sind für Investitionen rund 732 Millionen Lei vorgesehen. Darin enthalten sind sowohl Projekte des Kreisrats als auch EU-finanzierte Vorhaben, Regierungsprogramme und Partnerschaften mit Gemeinden im Kreis. Die tatsächlichen Entwicklungsausgaben lagen 2025 allerdings deutlich niedriger, bei rund 199,5 Millionen Lei.
Zu den größten Budgetposten gehören die Verkehrsinfrastruktur mit knapp 200 Millionen Lei, Bildung mit mehr als 92 Millionen Lei, Kultur und Kulturerbe mit über 89 Millionen Lei, Soziales mit mehr als 33 Millionen Lei sowie Gesundheit mit knapp 29 Millionen Lei. Ein erheblicher Teil der Mittel fließt in Straßenbauprojekte. Größte Einzelinvestition bleibt der Ausbau der Kreisstraße DJ 691 zwischen dem A1-Anschluss bei Jahrmarkt/Giarmata und der Grenze zum Kreis Arad mit mehr als 115 Millionen Lei. Weitere Mittel sind unter anderem für Straßenverbindungen im Großraum Temeswar vorgesehen.
Bei den Großprojekten enthält der Haushalt 40 Millionen Lei für das neue „Dan-Păltinișanu“-Stadion sowie fast 100 Millionen Lei für die Sanierung des Hunyadi-Schlosses in Temeswar, eines der wichtigsten Denkmalschutzprojekte des Kreises. Auch für Bildung und Gesundheit sind umfangreiche Investitionen vorgesehen. Im Gesundheitsbereich gehen Mittel vor allem an das Temescher Kreiskrankenhaus, darunter für die Ambulanz, die Intensivstation und das Zentrum für Schwerbrandverletzte.
Der größte Ausgabenposten im laufenden Betrieb bleibt die Temescher Sozial- und Kinderschutzdirektion (DGASPC) mit rund 176 Millionen Lei. Der Verwaltungsapparat des Kreisrats selbst verfügt über ein Budget von rund 52,5 Millionen Lei, davon entfallen mehr als 38 Millionen Lei auf Gehälter.
Trotz der Spannungen zwischen der PSD und der PNL auf nationaler Ebene verlief die Sitzung des Kreisrats ohne größere politische Auseinandersetzungen. Kreisratsvorsitzender Alfred Simonis (PSD) sprach nach der Abstimmung von einem Beispiel für Zusammenarbeit und Ausgleich in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Die Kooperation zwischen den Parteien funktioniere im Kreis Temesch weiterhin, erklärte Simonis. Man wolle verhindern, dass die politischen Konflikte aus Bukarest auch auf die Ebene des Kreises übertragen würden.
Die Zahlen zeigen zugleich, dass der Kreis Temesch weiterhin stark von Zuweisungen aus dem Staatshaushalt abhängig bleibt. Den größten Anteil der Einnahmen machen die Beteiligungen an der Einkommensteuer sowie Mittel aus der Mehrwertsteuer aus, während die eigenen Einnahmen des Kreisrats vergleichsweise gering bleiben.




