Reschitza – Eine zeitlich kurz begrenzte, aber repräsentative Bürgerbefragung ergab in Reschitza binnen 24 Stunden: 62 Prozent der 1659 Antwortgeber sind strikt dagegen, zusätzlich und/oder alternativ will sie jeder Zehnte raus aus der Stadt: Es geht um die Glücksspielstätten. Und deren Verbot oder Verdrängung aus dem Stadtbild. Die Befragung wurde von der Stadtleitung online durchgeführt und nach rund 24 Stunden abgebrochen, weil ihr das entstandene Bild genügt hat. Immerhin: fast ein Drittel – 28 Prozent der Befragten – sind in Reschitza für einen Status quo ante ....Auffallend: (Nur) in etwa ebenso viele Wähler stimmen bei Kommunalwahlen gegen den populären Reschitzaer Bürgermeister Ioan Popa, ein erklärter Gegner von Glücksspielen.
Bürgermeister Popa: „Wir haben die Online-Befragung nach 24 Stunden abgebrochen, weil uns die in dieser Zeitspanne eingegangenen Meinungen genügt haben: 62 Prozent sind für Verbot und Schließung, plus zehn Prozent für eine `Umsiedlung` der Glücksspielstätten irgendwohin außerhalb der Stadt. Somit dürfen wir davon ausgehen, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger von Reschitza der Meinung der Stadtleitung sind: keine Glücksspiele mehr innerhalb der Stadt! Die Präsenz dieser Art `Geschäfte` ist so schrill geworden, egal in welcher Stadtgegend du dich befindest, dass man den Kopf in jedwede Richtung drehen kann, ins Blickfeld gerät eine solche Spielhölle.“
Schlimmer als die Wirkung aufs Stadtbild sei aber die soziale Auswirkung des Phänomens: die Glücksspiele nutzen die Verwundbarkeit Unzufriedener, schaffen Verwundbarkeiten und führen häufig zu dramatischen Situationen unter den Spielern, zumal es praktisch keinerlei „ernsthafte offizielle Reglementierungen“ gibt, was eine „grenzenlose Ausbreitung der Spielstätten“ ermöglicht habe.
Die Stadtleitung will nun auf der Märztagung des Stadtrats eine Beschlussvorlage zur Diskussion stellen betreffs das Verbot von Glücksspielen in Reschitza – obwohl man sich wohlbewusst ist, dass man sich damit auch ins eigene Fleisch schneidet. Denn diese Art „Geschäft“ bringt den Kommunen Geld, durch Steuern und Gebühren. Den Betreibern soll freigestellt werden; entweder sie verlegen die Spielorte außerhalb des Stadtraums, oder sie orientieren sich auf andere Geschäfte um, aber auf Stadtgebiet müssen sie verschwinden. Zumindest gibt es seitens der Stadtleitung keinerlei Autorisierungsverlängerung mehr. „Zeit genug, sich Varianten zu überlegen, haben nahezu alle, bis ihre Autorisierungen auf Stadtgebiet auslaufen“, meinte Bürgermeister Ioan Popa.




