Reschitza – Zwar sollte die Umorganisierung der 41 Forstämter der Landeskreise Rumäniens schon im Februar passieren, aber da das Plazet dazu seitens der Regierung erst am 5. März kam, wird wohl die Schrumpfung auf 19 Regionale Forstverwaltungen erst in den kommenden Wochen passieren. Da in diesen Tagen auch die alljählichen Aufforstungen starten müssten, ist vorauszusehen, dass seitens der ihren Status verlierenden Kreisforstverwaltungen nicht allzu viel Begeisterung dafür an den Tag gelegt wird.
Dass das Banater Bergland weiterhin seinen Rang als dominante Forstverwaltung des Banats beibehalten wird, ist nicht mehr und nicht weniger als ein Akt der Gerechtigkeit. Schließlich verfügt das Banater Bergland über 324.430 Hektar Forste und die Forstverwaltung Temesch – für die einige Abgeordnete und Senatoren als künftiges Forst-Regionalzentrum geworben und Druck gemacht haben – verwaltet bloß 77.515 Hek-tar. Faktisch eine viereinhalb Mal geringere Waldfläche, wird also – einfach logisch – dem Banater Bergland angegliedert, zumal – Ausnahme der Galeriewald unter Naturschutz entlang der Marosch – alle Forste des Landeskreises Temesch praktisch nahtlose Fortsetzungen der Wälder des Banater Berglands sind. Ebenso verschwindet die umstrittene Forstverwaltung Arad und wird Bihor angegliedert, mit Regionalsitz in Großwardein.
Der „Beschluss betreffs Genehmigung der Organisationsmaßnahmen und der Funktionsweise sowie der Umorganisierung des Nationalen Regiebetriebs der Wälder – Romsilva“, den die Regierung Anfang März abgenickt hat, ist der Start der Reform des Forstwesens Rumäniens, wie diese in den Rahmenbedingungen für die Finanzierung des Nationalprogramms für Wiederaufbau und Resilienz PNRR mit der EU ausgehandelt wurde. Nachdem das enorme Vergeudungs- bzw. Selbstbereicherungs- und -beschenkungspotenzial des Systems von den Medien (und einigen der damaligen Umweltminister – der Bereich Forste ist dem Umweltministerium zugeordnet) aufgedeckt wurde (auch die ADZ berichtete), gab es kaum noch ein Zurück vor der anstehenden Reform.
Es folgen eine Reihe von Veränderungen, die bis in die Forstamtsbezirke gehen, mit Personalreduzierungen, höherem Digitalisierungsgrad und Entbürokratisierung, jährlichen Leistungsüberprüfungen und der klar definierten Verantwortung vor dem Gesetz der Verantwortungsträger und Leiter der neuen Regionalen Forstdirektionen. Nicht zuletzt wird künftig der Leiter einer Regionaldirektion für fünf Jahre durch Ausschreibung und Postenbesetzung per Wettbewerb bestimmt. Umweltministerin Diana Buzoianu (USR) scheint ganze Arbeit leisten zu wollen – sofern man ihr nicht erfolgreich Knüppel in den Weg schmeißt, denn die radikalen Änderungen sind für viele Politiker, weil das Forstwesen seit 1990 ihre willigste finanzielle Melkkuh war, ein Dorn im Auge.
In Reschitza verwandelt sich also die Forstdirektion Karasch-Severin in die Regionaldirektion für das Forstwesen Karasch-Severin, indem ihr die Kreisdirektion Temesch angeschlossen wird. Man hat sich in Reschitza mit dem Wahlspruch „Der Wald ist bei uns“ in Bukarest durchgesetzt. Von Reschitza aus werden nun 401.945 Hektar Forste verwaltet. Diese bestehen künftig aus 46 Prozent Buchenwäldern (das ausgedehnteste Buchenwaldgebiet in den rumänischen Karpaten), 24,5 Prozent Eichenwäldern, 16,5 Prozent Wäldern mit diversen Harthölzern, 8,5 Prozent Nadelholzwald und 4,5 Prozent Wäldern mit Weichhölzern.
Das genaue Einhalten der vor der EU angenommenen Reorganisierungsverpflichtungen ist wesentlich für eine Nichtgefährdung der Finanzierungsflüsse aus Brüssel für das PNRR-Programm. Es geht – neben dem weiter oben Erwähnten – u.a. auch um die Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen, klarere Trennung von Verantwortlichkeiten, Konsolidierung interner Kontrollmechanismen. All das wird natürlich nicht binnen Tagen umgesetzt, sondern „progressiv“, heißt es seitens des Ministeriums für Umwelt, Gewässer und Forste. Die Reorganisierung geht auch mit einer Dezentralisierung einher, indem den Regionaldirektionen für das Forstwesen zusätzliche Kompetenzen abgetreten werden. Dadurch sollen auch Entscheidungsprozesse optimiert werden. Hofft man.
Das Dokument war zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Beitrags noch nicht im Amtsblatt Monitorul Oficial veröffentlicht worden – kann also noch nicht in Kraft treten.




