Würdige Erinnerung in Stanislau an die Russlanddeportation

Bürgermeister Stefan Kremer eröffnete die Gedenkfeier in Stanislau. Foto: DFD Stanislau

Der langjährigen Tradition getreu wurde am 18. Januar des neuen Jahres auch in Stanislau/Sanislău im Kreis Sathmar/Satu Mare die Gedenkveranstaltung zum Anlass des 81. Jahrestags des Beginns der Deportationen nach Russland organisiert. Über 420 junge Menschen, Männer und Frauen – vor allem deutscher, aber auch ungarischer und rumänischer Herkunft – fielen in den ersten Tagen des ungewöhnlichen Januars 1945 der Zwangsverschleppung in die ehemalige Sowjetunion zum Opfer (darunter mehr als 150 Rumänen und Ungarn).

So erklärt sich, warum in diesem multiethnischen Dorf die drei Kirchengemeinden Jahr für Jahr dieses traurigen Ereignisses gemeinsam gedenken. Auch diesmal versammelten sich ihre Gläubigen nach der Zelebration der Gottesdienste in ihren jeweiligen Kirchen vor dem Denkmal im Dorfzentrum zu einer kurzen religiösen Zeremonie, die vom Bürgermeister Stefan Kremer eröffnet wurde. Sowohl er als auch die drei Pfarrer erinnerten in ihren Ansprachen an das bittere, leidvolle Schicksal der Opfer des Willkürakts vom Januar 1945.

Nach Gebeten und Fürbitten für das Seelenheil der Verstorbenen folgte die Kranzniederlegung am Denkmal. Wie auch in den vergangenen Jahren legten viele der Anwesenden – unter ihnen Nachkommen und Verwandte der Opfer – ihre Blumensträuße des Gedenkens am Denkmal der Verschleppten nieder, deren Namen noch lange Zeit in den Marmortafeln eingraviert bleiben werden.