Großwardein – Mit der Ausstellung „(In) Absentia“ setzt das Museum der Geschichte der Juden in Großwardein/Oradea (Synagoge Aachavas Rheim) bis zum 27. März ein eindrucksvolles Zeichen für Erinnerung, Reflexion und zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung. Die Schau bringt Werke der Künstler Andrei Budescu und Cristian Opriș nach Großwardein und macht die Stadt zur vierten Station einer bedeutenden Wanderausstellung, die zuvor in Klausenburg/Cluj, Jassy/ und Bukarest zu sehen war.
Eröffnet wurde „(In) Absentia“ anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust am 27. Januar – ein bewusst gewählter Zeitpunkt, der den inhaltlichen Kern der Ausstellung unterstreicht. 81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau thematisiert das Projekt Verlust, Erinnerung und die Fragilität menschlicher Existenz, ohne dabei in historische Illustration zu verfallen.
Die Ausstellung ist als künstlerischer Essay konzipiert. Gezeigt werden grafische Arbeiten wie Rauchzeichnungen sowie Zeichnungen mit Staub und Asche, ergänzt durch Metallarbeiten, Lithografien, Monotypien, Tiefdrucke und eine Multimedia-Installation. Die Materialien selbst werden dabei zu Bedeutungsträgern – vergänglich, brüchig und aufgeladen mit Symbolik.
In der kuratorischen Handschrift von Alexandra Sârbu entfaltet sich ein vielschichtiger Denkraum, in dem Gegensätze aufeinandertreffen: Präsenz und Abwesenheit, Wahrheit und Täuschung, Erinnerung und Vergessen, Ordnung und Chaos. Die Werke bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion und laden das Publikum zu einer stillen, persönlichen Auseinandersetzung mit Identität, Zugehörigkeit und dem unaufhaltsamen Fluss der Zeit ein.
Dass diese Ausstellung in Großwardein gezeigt wird, ist mehr als ein weiterer Eintrag im Kulturkalender. Der historische Ort der Synagoge Aachavas Rheim verleiht den Arbeiten zusätzliche Tiefe und macht „(In) Absentia“ zu einer eindringlichen Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und kollektiver Erinnerung.




