Zugverkehr auf 14 Kilometern eröffnet

Arbeiten auf der Strecke Klausenburg – Großwardein stark im Verzug

Großwardein – Die Rumänische Eisenbahngesellschaft CFR SA hat den Bahnverkehr auf dem rund 14 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Ortschaften Tileagd und Oșorhei in der Nähe von Großwardein/ Oradea wieder aufgenommen. Die Strecke ist Teil des groß angelegten Modernisierungs- und Elektrifizierungsprojekts der Verbindung Klausenburg/Cluj-Napoca – Großwardein – Episcopia Bihor und gilt als wichtiger Schritt zur Verbesserung eines strategisch bedeutenden Eisenbahnkorridors.

Im Zuge der Arbeiten wurde die Infrastruktur umfassend erneuert: Neben der Modernisierung des Unterbaus entstanden neue Brücken und Durchlässe, die Gleise wurden durchgehend verschweißt, Weichen installiert sowie moderne Signal- und Telekommunikationssysteme eingebaut. Gleichzeitig wurden Maßnahmen umgesetzt, die die spätere Elektrifizierung der Strecke vorbereiten und die Sicherheit sowie Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs erhöhen sollen. Der Zugverkehr läuft aktuell unter kontrollierten Bedingungen mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h.

Auf der Strecke zwischen Klausenburg und Großwardein verkehren wegen umfangreicher Modernisierungs- und Elektrifizierungsarbeiten seit zwei Jahren keine Züge mehr. Das Großprojekt mit einem Gesamtwert von über 1,5 Milliarden Euro soll laut CFR SA bis Dezember 2027 abgeschlossen sein – ein Zeitplan, den unabhängige Beobachter als „sehr optimistisch“ bewerten.

Auf insgesamt 162 Kilometern der Magistrale 300, die weiter bis zur Grenze bei Episcopia Bihor führt, wird seit 2024 gebaut. Die vier Bauabschnitte wurden bereits 2022 vergeben, mit einer ursprünglich geplanten Fertigstellung bis Mitte 2026 im Rahmen des EU-Aufbauprogramms. Dieses Ziel wird jedoch deutlich verfehlt: Alle Lose sind in Verzug, sodass ein Teil der Finanzierung künftig aus anderen EU-Fonds gedeckt werden muss.

Während zwei Abschnitte bereits zu mehr als der Hälfte fertiggestellt sind, hinken die anderen deutlich hinterher – insbesondere der Bereich zwischen Poieni und Aleșd. Probleme bereiten vor allem bürokratische Verzögerungen und fehlende Genehmigungen im landschaftlich sensiblen Tal der Schnellen Kreisch/Crișul Repede, wo auf dem Gebiet der Gemeinde Vadu Crișului wichtige Bauarbeiten erst jetzt am Start sind. Der Verein „Pro Infrastructura“ warnte bereits, dass ohne den Zeitdruck des PNRR-Programms weitere Verzögerungen drohen.

Nach Abschluss aller Arbeiten sollen Züge auf der modernisierten Strecke Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erreichen. Die Fahrzeit zwischen Klausenburg und Großwardein würde damit auf unter zwei Stunden sinken.