„Angst vor dem Feuer an Nachbars Wand“

IRSOP-Umfrage über aktuelle Spannungen und Risiken

Ende Dezember 2025 hat das unabhängige Meinungsforschungsinstitut IRSOP eine Umfrage mit dem Titel „Angst vor dem Feuer an Nachbars Wand“ (der Titel bezieht sich auf eine Metapher aus den „Epistulae“ des römischen Dichters Horaz) veröffentlicht, die sich mit den Ängsten der Rumänen in Bezug auf den Krieg in der benachbarten Ukraine und seinen Folgen befasst, auf einen möglichen Austritt der USA aus der NATO und Konsequenzen für Rumänien, sowie mit der nationalen Identität, Demokratie und Freiheit der Meinungsäußerung in Rumänien . Die Befragung wurde zwischen dem 15. und 19. Dezember an 1010 Personen durchgeführt und gilt als repräsentativ für die rumänische Bevölkerung über 18.

Zum Ukraine-Krieg und seinen Folgen

Auf die Frage nach dem Risiko eines russischen Angriffs auf Europa trotz Russlands gegenteiliger Behauptung meinten 53 Prozent, das Risiko sei dennoch existent, 45 Prozent hielten es für inexistent (2% waren sich unklar).

Russland drohte mit einem Gegenschlag, falls Europa Soldaten in die Ukraine entsendet. Auf die Frage, ob Europa unabhängig von dieser Drohung dennoch Truppen in die Ukraine entsenden müsste, äußerten sich über drei Viertel der Befragten mit 76 Prozent negativ. 
22 befürworteten eine Truppenentsendung (2% unentschlossen). 

Eine noch deutlichere Mehrheit – 84 Prozent der Befragten – sprachen sich gegen eine Entsendung rumänischer Soldaten aus. Nur 15 Prozent würden dies befürworten (1% unklar).

Dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen könnte, glauben nur 23 Prozent der Teilnehmer. 
Eine deutliche Mehrheirt von 69 Prozent hält Russland für den potenziellen Sieger (8% unentschieden).

Falls die Ukraine an Russland fiele, würde sich für Rumänien als Nachbarland Russlands „vieles ändern“, hatte Präsident Nicu{or Dan auf seinem Besuch in Paris im Dezember vergangenen Jahres geäußert. 
Über eine mögliche Nachbarschaft Rumäniens mit Russland zeigte sich dennoch nur eine knappe Mehrheit der Befragten (51 Prozent) besorgt: davon 30 Prozent „sehr stark“ und 21 Prozent „stark“, während sich 49 Prozent „nicht sehr besorgt“ erklärten.

Zur Rolle von NATO und USA

Vor dem Hintergrund eines von den Republikanern im US-Kongress initiierten Gesetzesprojekts zum Austritt der USA aus der NATO wurde die Frage gestellt, ob sich im Falle eines tatsächlichen Austritts die Sicherheitsbedrohungen für Rumänien vergrößern würden. 

Dieser Ansicht waren 60 Prozent der Befragten, während 37 Prozent meinten, es würde sich nichts ändern (3 unentschieden).

Eine Ausdehnung der NATO auf weitere Mitglieder würde eine Mehrheit von 55 Prozent befürworten, 43 Prozent meinten, die NATO solle bleiben wie sie ist.

Rumänien: Überfremdung, nationale Identität, Demokratie und Redefreiheit

Auf die Frage, ob Rumänien der Absicht der Europäischen Union, Migranten an verschiedene Mitgliedsstaaten zu verteilen, nachgeben solle, antwortete eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent mit „nicht einverstanden“. 
38 Prozent erklärten sich einverstanden. 

Die Gefahr, dass Rumänien seine nationale Identität und die Rumänen ihr Vertrauen in sich selbst verlieren könnten, sah eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent als gegeben an. Nur 36 Prozent teilten diese Ansicht nicht (1% unentschieden).

Dass die freie Meinungsäußerung und die Demokratie in Rumänien in Gefahr seien, bestätigten 64 Prozent der Teilnehmer, 35 Prozent waren anderer Ansicht (1% unentschieden).