Rumänien hat weiterhin EU-weit den größten Anteil an Jugendlichen zwischen 15 und 29 Jahren, die weder arbeiten noch an irgendeinem Ausbildungsprogramm teilnehmen, man nennt diese Personenkategorie NEETs (Not in Education, Employment or Training): 2024 waren es 19,4 Prozent, also rund eine von fünf Personen der genannten Alterskategorie.
Für die gesamte Europäische Union beträgt der durchschnittliche Anteil an NEETs 11,1 Prozent. Dabei ist die Abweichung Rumäniens von diesem Wert im steigen begriffen.
Auf Rumänien folgt Italien mit 15,2 Prozent NEETs, Litauen mit 14,7 Prozent und Griechenland mit 14,2 Prozent. Auf der entgegengesetzten Seite der Skala liegen: die Niederlande mit den wenigsten NEETs (4,9 Prozent), gefolgt von Schweden mit 6,3 Prozent und Malta mit 7,2 Prozent.
In Rumänien ist der Anteil der weiblichen NEETs deutlich höher als jener der männlichen: Ein Viertel der Mädchen und Frauen (25,2 Prozent) zwischen 15 und 29 Jahren arbeitet oder studiert bzw. lernt nicht, während es bei den Jungen und Männern nur 14 Prozent sind. Die Differenz zwischen männlichen und weiblichen NEETs von 11,2 Prozentpunkten ist die höchste im Vergleich zu den anderen EU-Ländern.
Außerdem gibt es eine Differenz zwischen dem städtischen und ländlichen Umfeld: Während die Gesamtzahl der NEETs auf nationalem Niveau relativ konstant bleibt, tut sich zwischen Land, kleinen und mittelgroßen Städten und Großstädten eine Schere auf. Der Anteil der NEETs auf dem Land sowie in Klein- bzw. mittelgroßen Städten war zwischen 2020 und 2024 stark im Steigen begriffen, und zwar von 21,2 Prozent im Jahr 2020 auf 26,8 Prozent im Jahr 2024 für rurale Zonen und von 18,3 Prozent im Jahr 2020 auf 21,7 Prozent im Jahr 2024 für Kleinstädte und mittelgroße Städte. Die Zeitspanne umfasst auch die der Covid-19-Pandemie. In Großstädten hingegen war eine signifikante Verbesserung zu beobachten: Dort hat sich die Anzahl der NEETs zwischen 2013 und 2014 von 13,8 Prozent auf 7,5 Prozent verringert.
Betrachtet man die Lage getrennt nach Regionen, so gab es Verbesserungen nur in Bukarest-Ilfov, Zentrum und Südost. In der Großen Walachei hingegen ist die Anzahl der NEETs von 25,2 Prozent (2013) auf 29,9 Prozent (2024) gestiegen. Damit hat sich die Differenz zwischen der Region mit den meisten NEETS und der mit den wenigsten zwischen 2013 und 2024 verdoppelt: von 11,9 Prozentpunkten auf 20,4.
Betrachtet man das Bildungsniveau, fällt auf, dass die meisten NEETs nur über Grundschulbildung verfügen. Der Anteil an diesen steigt alarmierend: von 21 Prozent im Jahr 2013 auf 34 Prozent für 2024. Fast die Hälfte der NEETs zwischen 15 und 29 Jahren fällt unter diese Gruppe. (nm)





