Immer mehr Städte ohne Feuerwerke zu Silvester

Strafen von bis zu 7500 Lei für unerlaubtes Böllern

Vergangenheit: Feuerwerk in Kronstadt Foto: Andrei Paul, Bürgermeisteramt Kronstadt

Kronstadt macht vor, wie es besser geht: stimmungsvolle Lasershow statt Feuerwerk

Wunderkerzen sind zwar erlaubt, doch auch nicht völlig unbedenklich, was die Umweltfreundlichkeit betrifft.

Zu Silvester dürfen Privatpersonen nur Wunderkerzen und ungefährliche Feuerwerkskörper mit geringem Verletzungsrisiko verwenden. Alle weiteren Knallkörper und Böller, die Lärm verursachen und negative Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit haben können, sind gesetzlich verboten. Wer gegen das Gesetz verstößt, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 7500 Lei, bei juristischen Personen droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Silvester heißt Party, Freunde, Champagner und selbstverständlich Feuerwerke. In tollen Formen und Farben erscheinen die Lichter am Himmelszelt und verschwinden wieder, um die „Bühne“ für neue Effekte frei zu machen. Aus der Menge blickt man gespannt nach oben und erwartet das nächste vergängliche Lichterspiel. Das gehört zu Silvester dazu – ebenso wie der penetrante Schwefelgeruch, der dem visuellen Erlebnis folgt.

Seit Jahren unterschreiben tausende Rumänen unterschiedliche Petitionen gegen Feuerwerke in der winterlichen Festzeit. Sie kritisieren den Feinstaub, der die ohnehin verschmutzte Luft weiterhin belastet, den Müll, den die Pyrotechnik hinterlässt, und den Lärm, der Menschen und Tiere erschreckt. Während Haustiere sich in Wohnungen verkriechen können, geraten Tiere in Höfen oder Gärten sowie Wildtiere oft in Panik und versuchen zu flüchten. Dabei verletzen sich einige, für andere kann die Flucht tödlich enden.

Die meisten Unterschriften sammelte die Petition „Fără petarde, fără tragedii“ (Ohne Feuerwerksköper, ohne Tragödien), 155.600 auf Declic.ro, die im letzten Winter an die Regierung und das Innenministerium gesendet wurde. 

Lebenslange Konsequenzen

Problematisch sind nicht nur die von Stadtverwaltungen organisierten Feuerwerke, die zumindest kontrolliert sind, sondern auch die Knaller, die Privatpersonen kaufen und teils schon Wochen vor Silvester in Wohnvierteln zünden. Sie werden neben Wohnblocks, auf leeren Spielplätzen oder neben Parkplätzen abgefeuert. In der Silvesternacht hört man überall unerwartet „bumm“.

Dann zeigen die Fernsehnachrichten schockierende Bilder von verstümmelten Körperteilen von Menschen, die gefährliche pyrotechnische Artikel falsch oder leichtsinnig verwendet haben. Oft sind es junge Menschen, sogar Kinder, die schwer verletzt oder dauerhaft verstümmelt werden. Immer wieder kommt es auch zu Todesfällen. Eine Statistik des Gesundheitsministeriums zeigt, dass allein im Vorjahr während der Winterfeiertage mehr als 500 Personen wegen Unfällen mit Pyrotechnik die Notaufnahme aufsuchten.

Gesetz gegen Feuerwerkskörper für Kinder

Im Sommer hat Präsident Nicușor Dan das Gesetz Nr. 92 vom 6. Juni 2025 zur Änderung und Ergänzung des Gesetzes Nr. 126/1995 über den Umgang mit explosiven Stoffen verabschiedet, das den Verkauf pyrotechnischer Artikel an Minderjährige und nicht autorisierte Personen untersagt. Privatpersonen dürfen nur noch Wunderkerzen, Knallerbsen, Konfettiknaller und andere Produkte mit geringem Risikofaktor verwenden, die auch in geschlossenen Räumen harmlos sind. Diese gehören zur Kategorie F1 und dürfen von Personen ab 16 Jahren erworben werden. Sie sollten jedoch nur gemäß den Anweisungen – in rumänischer Sprache! – angewendet werden.

Alle anderen Feuerwerkskörper, Knaller und pyrotechnischen Geräte, die laut sind und ausschließlich im Freien gezündet werden dürfen, sind nur für autorisierte Fachleute zugelassen. Sie gehören den Kategorien F2, F3 und F4 an. Geräte aus den Kategorien T1 und T2 werden im Theater verwendet und sind ebenfalls nur für Spezialisten bestimmt, ebenso wie jene der Kategorien P1 und P2, die für die Bühnen vorgesehen sind. Bislang gab es trotzdem Böller der Kategorien F2, F3, F4 und sogar P1 (schwarz) zu kaufen.

Nun sind all diese Typen für Privatpersonen illegal. Erwerb, Transport, Lagerung und Anwendung sind verboten. Hohe Geldstrafen von bis zu 7500 Lei, in Extremfällen sogar Freiheitsstrafen, sollen abschrecken. Händler zahlen das Doppelte, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden.

Das bedeutet, dass es auf Märkten endlich keine improvisierten Stände mehr geben wird, an denen zahlreiche Knallkörper verkauft werden. Und dass Kiosks aufhören, gefährliche Explosivgegenstände an Kinder zu verkaufen, die das Knallen und Brennen aufregend finden und sich gegenseitig anspornen, „Mambas“, „Pirat“ oder andere Pyrotechnika zu kaufen.

Und im Internet können nur noch Firmen Raketen und Batterien aus der Kategorie F1 und F2 erwerben.

Wer dennoch Feuerwerke zu Silvester oder bei anderen Anlässen wünscht, kann eine Firma mit qualifizierten Angestellten und Befähigungsschein beauftragen, um die gefährlichen Stoffe sicher abzubrennen. Eine Genehmigung vom Bürgermeisteramt und ein Gutachten des Inspektorats für Notsituationen und der Polizei sind ebenfalls notwendig.

Lasershow statt Feuerwerk

Wie eine Studie des Nationalen Statistikamts INS vom Vorjahr zeigt, unterstützen 65 Prozent der Rumänen eine nachhaltige Alternative zu Feuerwerkskörpern. Daher haben sich die Lokalbehörden von Jassy/Iași, Klausenburg/Cluj-Napoca, Kronstadt/Brașov, Suceava, Konstanza und Ploiești entschieden, die traditionellen Feuerwerke in diesem Jahr durch Laser- und Drohnenshows zu ersetzen. Die Initiativen scheinen bei den Einwohnern bislang auf keinen Widerstand gestoßen zu sein. Vor allem, um Tieren Stress zu ersparen, wurde die Maßnahme getroffen, wie einige Bürgermeister erkärten. Auch die Umweltverschmutzung und Lärm spielte eine wichtige Rolle.

Und wieder kann man nur hoffen, dass die Polizei ihrer Arbeit gerecht wird, konsequent kontrolliert und Strafen verhängt, damit  Tragödien ausbleiben und Mensch wie Natur den Jahreswechsel in Ruhe erleben können. 


Tipps für Silvester mit dem Haustier 

Die Öffentlichkeit wird sich zunehmend bewusst, dass das Knallen zu Silvester Tiere stark belastet – ein Thema, über das auch die Medien immer häufiger berichten. Für manche Tiere kann das Silvesterknallen sogar lebensgefährlich werden.

Tiere im Freien verlieren durch plötzliche Knallgeräusche die Orientierung, flüchten, gehen verloren oder verletzen sich, etwa wenn sie beim Fluchtversuch in Zäunen hängen bleiben. Grelle Lichter und ungewohnte Gerüche verstärken die Belastung. Doch kann man den Haustieren zumindest durch gute Vorbereitung helfen, durch die eine Nacht besser hindurch zu kommen.

Hunde sollten auf jeden Fall am 31. Dezember morgens angeleint und auf ihnen bekannten Strecken ausgiebig spazieren geführt werden. Den Abend und die Nacht sollte man gemeinsam verbringen. Für fellige Vierbeiner im Haus empfiehlt es sich, einen Rückzugsort einzurichten – etwa einen abgedunkelten Raum, eine Höhle oder eine Transportbox. Fenster und Türen sollten geschlossen und Rollläden heruntergelassen werden, um Lärm und grelles Licht zu vermeiden. Fernsehen oder Radio können als Ablenkung dienen, solange die Lautstärke angenehm bleibt. 

Es hilft auch, das Tier im Voraus mit ruhiger Musik an die Geräuschkulisse zu gewöhnen oder ihm spezielle Feuerwerks-Töne in geringer Lautstärke vorzuspielen. Diese Geräusche können dann langsam gesteigert und mit Futter oder Spiel verknüpft werden. Wenn das Training nicht möglich oder wenig wirksam ist, hilft Ablenkung durch Leckerlis, Lieblingsspielzeuge oder Suchspiele. Auch Nähe und Kuscheln wirken beruhigend.