Petrus sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Apg.10,34-35
Bei dem Neujahrsempfang unseres Bischofs am 9. Januar 2026 wurde deutlich, dass wir eine Kirche im Aufbruch sind. Dies wurde durch das Jahresmotto deutlich, das für das Jahr 2026 gewählt wurde: Gemeinschaftsform der Zukunft – Gemeindeverband. Sehr anschaulich werden die neun bestehenden Gemeindeverbände in dem landeskirchlichen Kalender vorgestellt. Dazu sind noch drei weitere Verbände in den Kalender aufgenommen, die sich noch im Werden befinden, nämlich Bistritz, Bukarest und Reps. Solche Initiativen sind wichtig für die Zukunft unserer Kirche, da gerade die Betreuung und Verwaltung der vielen kleinen Gemeinden dadurch gebündelt und vereinfacht wird.
Der Jünger Petrus musste auch lernen, dass die frohe Botschaft nicht nur dem jüdischen Volke gilt, sondern allen Menschen. Gott sieht nicht die Person an, sondern es gilt in jedem Volk, dass, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm ist. Gottes Wirken ist auch nicht auf eine bestimmte Nation, Kultur oder Gruppe beschränkt, sondern seine Gnade gilt allen Menschen. Dieser Vers markiert einen Wendepunkt, an dem die frühe Kirche feststellt, dass das Evangelium für Juden und Heiden bestimmt ist, was eine Herausforderung für ihre bisherigen Traditionen darstellte. Für Petrus bedeutete das eine große Herausforderung, da er sich mit dem Neuen schwertat und auch immer wieder in das alte Muster zurückfiel.
Aber Gottes Wort fordert uns heraus, es sucht sich immer neue Wege zu den Herzen der Menschen. Und das ist das Spannende und Besondere an der frohen Botschaft, dass sie ganz unterschiedliche Wege findet, um zum Ziele zu kommen. Sehr beliebt sind die Online-Gottesdienste aus unseren Kirchen oder dem Carl-Wolff-Altenheim, die zu den Menschen in die Häuser kommen. Auch der Weihnachtsgottesdienst „Von Daheim für Daheim“ wurde bisher über 11.000 Mal aufgerufen. Die neuen Möglichkeiten, die die Technik bietet, sollen wir getrost auch zur Verkündigung des Heils in Jesus Christus nutzen.
Gott handelt, wo Menschen offen sind für sein Wort. Was zählt, ist der Glaube an Jesus Christus und das Leben in Gottes Gerechtigkeit, nicht ethnische Herkunft oder religiöse Rituale. Das bedeutet für unsere Kirche, dass wir getrost in das neue Jahr gehen können, trotz aller Verunsicherungen und Sorgen über die Entwicklungen in unserem Land, in Europa und in der Welt. Kirche im Aufbruch fordert uns heraus, immer wieder neu nach Gottes Willen zu fragen und auch den Mut und die Bereitschaft zu haben, neue Wege zu gehen.
In einer Welt voller Lärm, Konflikte und Unsicherheit klingt das Wort „Frieden“ fast wie ein ferner Traum. Doch Petrus erinnert uns in Apostelgeschichte 10,36 daran: „Er hat dem Volk Israel das Wort verkündigt, das den Frieden verkündet durch Jesus Christus – dieser ist Herr über alle.“ Dieser Frieden ist mehr als das Schweigen von Waffen – es ist ein innerer Friede, der aus der Beziehung zu Jesus kommt. Er sieht unser Chaos, unsere Sorgen – und spricht: „Fürchte dich nicht.“ Wenn wir Jesus entsprechend Raum in unserem Alltag geben, kommt Frieden in unser Herz. Ein Friede, der trägt – auch mitten im Sturm.




