Donald und Bibi spielen Krieg. Klingt wie der Titel eines Kinderbuchs – vielleicht eines, in dem zwei überdrehte Figuren mit Holzschwertern durch den Garten trampeln. Nur dass diese beiden Herren nicht im Sandkasten stehen, sondern im Nahen Osten, und dass ihr „Herumtrumpeln“ keine harmlose Geräuschkulisse ist, sondern geopolitische Realität. Reduziert man ihr Handeln auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, bleibt ein Satz übrig, der so alt ist wie die Politik selbst: Wahlen stehen vor der Tür – und wer nicht überzeugen kann, versucht es eben mit Getöse.
Netanyahu hofft, dass ihm das Schlachtfeld jene Stimmen schenkt, die ihm die Demokratie verweigert. Der Blondschopf in Washington hingegen stolpert über den Iran wie ein Elefant, der im eigenen Palast „herumtrumpelt“ und dabei glaubt, jeder Tritt sei ein Triumph. Der aktuelle Resident im Weißen Haus wittert die Gefahr der Midterms und verkündet täglich seinen Sieg, der sich aber täglich weigert, stattzufinden. Mit dröhnender Stimme beschwört er die Macht, mit der er den Iran „in die Knie“ zwinge – während er selbst in Bleischuhen steckt und beim Versuch, Stärke zu zeigen, alles „niedertrumpelt“, was nicht bei drei auf den Bäumen ist: Weltwirtschaft, Energieversorgung, Koalitionen, Freunde, Alliierte.
Ironischerweise stärkt er dabei jene, die er schwächen will. Bloomberg schätzt, dass der Iran seit Beginn des Konflikts acht Prozent mehr Öl exportiert als zuvor. Ein Meisterwerk unbeabsichtigter Selbstsabotage. Die gelockerten Exportsanktionen gegen Russland verlängern nebenbei einen Krieg, den niemand mehr hören, sehen oder bezahlen will. Die Milchmädchenrechnung bleibt rot, aber der Präsident „trumpelt“ weiter, als sei Mathematik nur eine lästige Erfindung der Realität.
Der selbsternannte Friedensstifter fordert derweil vom saudischen Kronprinzen nicht weniger als eine öffentliche Huldigung – der präsidiale Allerwerteste soll geküsst werden, bevor man überhaupt über militärische Unterstützung spricht. Gleichzeitig beantragt er mittels Pentagon vom US-Kongress 200 Milliarden Dollar für einen Krieg, der angeblich längst gewonnen wurde. Das Geld soll aus dem Gesundheitswesen kommen – ein Bereich, der ohnehin in den USA schon aussieht, als hätte ein Presslufthammer darin „herumgetrumpelt“.
Auch die angeblich Schutzbefohlenen werden nicht verschont. Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses, verkündet locker und munter, dass die Staaten des Nahen Ostens selbstverständlich zur Kasse gebeten werden. Ob sie brav antreten, um den Krieg im eigenen Vorgarten zu finanzieren, steht in den Sternen. Wahrscheinlicher ist, dass man dort lieber die Türen verriegelt, bevor der Elefant im Porzellanladen weiter „herumtrumpelt“.
Und dann ist noch die EU – beleidigt, überfordert, aber moralisch erhobenen Hauptes. „Nicht unser Krieg“, ruft man, während man gleichzeitig in der „eigenen“ Erdölkrise versinkt wie in einem Moorbad ohne Wellnessfaktor. Man fordert mit erhobenem Zeigefinger Diplomatie, aber tanzt nicht, obwohl man längst auf dem Ball steht. Zwischen Prinzipien und „Trumpeltier“ eingeklemmt, wartet man auf einen David, der den Goliath erledigt, während die eigenen Zapfsäulen schon nur noch trocken husten. Die Frage ist nur: Wie lange kann man freiwillige Feuerwehr im eigenen Dorf spielen, wenn der Tank und die Geldbörse leer sind – und der Präsident weiter „trumpelnd“ durchs Weltgeschehen stapft?
Währenddessen „trumpelt“ der selbsternannte Weltordnungsarchitekt weiter und versucht Landkarten neu zu zeichnen, als wäre die Erdkugel ein schlecht gesicherter Abenteuerspielplatz. Jeder Schritt ein Tritt, jeder Tritt ein Posting, und jeder Posting ein weiterer Beweis dafür, dass man auch ohne Plan durchkommen kann – solange man laut genug „herumtrampelt“, um die eigene Ratlosigkeit zu übertönen.





