BNR belässt Leitzins bei 6,5 Prozent

Uneinheitlicher Ausblick für kommende Quartale

Bukarest (ADZ) - Im Rahmen von sinkender Wirtschaftsleistung und weiterhin hoher Inflation hat die Rumänische Nationalbank (BNR) in der Sitzung am Dienstag die Geldpolitik unverändert belassen. Der Leitzins bleibt somit bei 6,5 Prozent pro Jahr, die Spitzenrefinanzierungsfazilität (Übernachtkredit) bleibt bei 7,5 Prozent und die Einlagefazilität (Tagesgeld) bei 5,5 Prozent; obligatorische Mindestreserven wurden auch nicht verändert. 

Die Zentralbank vermerkt einerseits die weiterhin hohen Inflationsraten (knapp unter 10 Prozent), gibt aber auch bekannt, dass die Kerninflation von 8,1 Prozent im September auf 8,5 Prozent Ende des Jahres gestiegen ist. Hintergrund seien weiterhin die Lohnkostenentwicklung, hohe kurzfristige Inflationserwartungen sowie Einflüsse durch indirekte Auswirkungen der Strompreiserhöhungen, des Anstiegs der Preise für bestimmte Agrar- und Lebensmittelprodukte und des Wechselkurses zwischen Leu und Euro. Die Inflationsrate hat sich 2025 um 4,55 Prozentpunkte erhöht (von 5,14 Prozent im Dezember 2024), hauptsächlich durch die Aufhebung des Strompreisdeckels im Juli sowie durch die Erhöhung von Mehrwertsteuer und Akzisen im August, notiert die BNR weiter. 

Aufgrund von Basiseffekten wird für das zweite Quartal des laufenden Jahres zunächst ein Anstieg der jährlichen Inflationsrate und im dritten Quartal ein starker Rückgang erwartet. Nach dem ersten Vierteljahr 2027 dürfte das Inflationsziel (von 2,5 plus/minus einem Prozentpunkt) wieder erreicht werden.
 
Zur um 1,9 Prozentpunkte gesunkenen Wirtschaft in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres bemerkt die Nationalbank, dass der Einzelhandel im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich seinen Rückgang verstärkt hat, und die Industrieproduktion leicht ins Minus gefallen ist. Die Bauwirtschaft war in den Monaten Oktober und November im Jahresvergleich im Plus, ist jedoch zum dritten Quartal 2025 zurückgegangen und die Exporte sind etwas schneller gestiegen als die Importe. Über das gesamte Jahr 2025 ist die Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 0,6 Prozent gestiegen, wie das Nationale Statistikamt (INS) bereits am vergangenen Freitag bekanntgab, war das zweite Quartal des Jahres allerdings das einzige mit einer positiven Wirtschaftsentwicklung zum Vorquartal.

Unsicherheiten für Inflations- und Wirtschaftsentwicklung sieht die BNR weiterhin im Zusammenhang mit der Umsetzung von Sparmaßnahmen, aber auch in geopolitischen Konflikten und der angespannten Lage im Welthandel. Die Abrufung und Verwendung von EU-Geldern sei essentiell, um die Auswirkungen der kontraktiven Haushaltskonsolidierung sowie von geopolitischen und Handelskonflikten teilweise auszugleichen, sowie, um Strukturreformen, einschließlich der Energiewende, umzusetzen. 

Die Zinsentscheidungen der Nationalbank zielen darauf ab, die Preisstabilität mittelfristig zu bewahren, und gleichzeitig eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung beizubehalten.