Bukarest (ADZ) – Die Rumänische Nationalbank (BNR) erwartet für Ende 2025 eine jährliche Inflationsrate von 9,6 %, ein deutlicher Anstieg gegenüber davor veranschlagten 8,8 %. Entsprechend des am Montag veröffentlichten Protokolls der letzten Aufsichtsratssitzung von Mitte November wirken sich die im dritten Quartal 2025 eingetretenen Inflationstreiber – hochgeschnellte Strompreise für Verbraucher nach Aufhebung des Preisdeckels, Erhöhung der Mehrwert- und weiterer Verbrauchssteuern – stärker aus als bisher erwartet. Die Zentralbank bemerkt auch, dass die Mehrwertsteuererhöhung im August bis Ende des dritten Quartals des Jahres fast vollständig an Verbraucher weitergegeben wurde. Außerdem wird die Kerninflation auch weiterhin von der Lohnentwicklung sowie von Preiserhöhungen für manche Agrarprodukte und dem schwächeren Kurs des Leu zum Euro angetrieben. Etwas längerfristig geht die BNR von einer jährlichen Inflationsrate von 3,7 % Ende 2026 und 2,9 % Ende September 2027 aus.
Die Nationalbank erwartet in diesem und im kommenden Jahr lediglich ein „bescheidenes“ Wirtschaftswachstum, welches sich jedoch auf eine veranschlagte Erholung der externen Nachfrage sowie verbesserte Verwendung von EU-Fonds stützen würde. Gleichzeitig wird bemerkt, dass im Rahmen der Umsetzung von Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen und Verbraucherpreisteuerungen – welche das real verfügbare Einkommen der Bevölkerung in Mitleidenschaft ziehen – die interne Nachfrage stärker als erwartet betroffen sein wird. „Die Aussicht lässt eine relativ rasche Verschärfung des Gesamtnachfragedefizits bis Ende nächsten Jahres erwarten, die etwas ausgeprägter ausfallen dürfte als zuvor angenommen, gefolgt von einer lediglich leichten Verringerung dieser in den ersten drei Quartalen 2027“, heißt es in der Mitteilung.
Unsicherheiten sieht die BNR u. a. im Zusammenhang mit der Umsetzung von Sparmaßnahmen, Spannungen im globalen Handel und dem Krieg in der Ukraine.





