Bukarests Wertpapierbörse brachte in den vergangenen Tagen ein Rekordjahr hinter sich. Was sehr zaghaft mit einem Durchschnittszuwachs unter einem Prozent im Januar 2025 begann, inmitten politischer Unruhen nach einer vom Verfassungsgericht annullierten Präsidentschaftswahl, entwickelte sich zunächst nicht vielversprechend. Im Februar drehten die rumänischen Indizes zwar auf, legten im Durchschnitt 2,3 Prozent zu, an die darauffolgenden Monate März und April jedoch will kaum ein Anleger erinnert werden. Das Monatsminus von 0,3 Prozent versechsfachte sich im Monat darauf auf minus 1,84 Prozent. Danach aber drehte der rumänische Markt ins Plus: Im Mai kletterten die Bukarester Indizes im Durchschnitt um 4,6 Prozent (da hatte das Land seinen neuen Präsidenten gewählt), im Juli schon um knapp 6 Prozent und im Oktober um satte 6,25 Prozent. Zwischen Juni und Dezember legte der Finanzwerte-Index BET-FI stetig zu, dazu noch im Januar und April im Gegensatz zu den übrigen wichtigen Indizes. Im Dezember büßte er als einziger rumänischer Index an Wert ein.
Indizes von Rekordstand zu Rekordstand
Vor allem in der zweiten Jahreshälfte jagten die Indizes von Rekordstand zu Rekordstand. Fast schon im Wochenrhythmus meldeten (auch) wir, neue Höchststände für den Hauptindex BET, den Finanzwerte-Index BET-FI, den ROTX-Index oder den Energiewerte-Index BET-NG. Die leicht abtrünnige Entwicklung des Finanzwerte-Index BET-FI vor allem im vergangenen Dezember führte schließlich dazu, dass dieser seinen Höchststand am 16. Dezember bei 93.104,73 Punkten erreichte. Die übrigen wichtigen Indizes erreichten ihre Höchststände am letzten Handelstag im vergangenen Jahr: Der Hauptindex BET schloss am 30. Dezember bei 24.438,89 Punkten, der BETPlus bei 3551,56 Zählern, der ROTX bei 55.048,15 Punkten und der Energiewerte-Index BET-NG knapp unter der 1800-Punkte-Marke bei 1793,97 Punkten.
Satte Jahresgewinne für die Indizes
Auf Jahressicht war 2025 ein Superjahr für die rumänische Börse. Die wichtigsten Indizes legten im Durchschnitt 47 Prozent zu, wobei gewis-sermaßen überraschenderweise der Energiewerte-Index mit plus 49,6 Prozent der Gewinner des Jahres war. Der Hauptindex BET legte auf Jahressicht 46,16 Prozent zu, der ROTX-Index wies mit plus 47,8 Prozent das zweitbeste Ergebnis aus.
Aktienumsätze erreichen neue Höhen
Umsatzmäßig zog die rumänische Börse im vergangenen Jahr alle Register, von enttäuschend bis überwältigend. Am Ende zeigte sich aber eine beachtliche Entwicklung, getragen sowohl von Sonderdeals, als auch wachsendem Interesse der Anleger und Sondereffekte wie der Listung des Lebensmittelherstellers Cris-Tim Family Holding S.A. (CFH, 18,5 Lei, ISIN ROM2TZIHW2M4) Ende Oktober oder dem Transfer eines Großteils der Anteile am Hersteller und Vertriebler von Konsumgütern Aquila Part Prod Com (AQ, 1,416 Lei, ISIN RO7066ZEA1R9) an ein auf Zypern registriertes Vehikel. Dieser Transfer fand einmal Anfang Oktober und einmal Mitte November statt. Diese Einzelaktionen verdoppelten den üblichen Tagesumsatz. Einen Sonderplatz nimmt der 1. August 2025 ein, als bekannt wurde, dass ein polnischer Lebensmittelkonzern die Kontrolle über den Winzerbetrieb Purcari Wineries Plc (WINE, 19,46 LEI, ISIN CY0107600716) übernommen hat und somit den Wochenumsatz auf knapp eine Milliarde Lei wachsen ließ. Am besagten Tag allein wurden 650 Millionen Lei mit Aktien umgesetzt, mehr als 575 Millionen Lei gingen dabei auf das Konto der WINE-Anleger.
Nur ein IPO in 2025
Mit Cris-Tim Family Holdings feierte die rumänische Börse leider das einzige IPO im vergangenen Jahr. Immerhin handelte es sich dabei um das erste große rumänische Familienunternehmen, das an die Börse ging. Das Emissionsvolumen belief sich auf etwa 454,35 Millionen Lei. Im Gegensatz dazu konnte ein Börsengang am Sekundärmarkt AeRO nicht vollendet werden: Anleger zeigten nicht genug Interesse an einem Händler für Handyzubehör, die Listung wurde abgeblasen, bereits getätigte Investments rückerstattet.
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