Haushaltsdefizit 2025 mit 7,65 BIP-Prozent ein Prozentpunkt unter Vorjahr

Höhere Einnahmen aus EU-Geldern / Investitionen 12 Mrd. Lei unter Ziel

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Bukarest (ADZ) - Rumäniens Haushaltsdefizit ist im vergangenen Jahr auf 7,65 Prozent der Wirtschaftsleistung gesunken; 2024 waren es noch 8,67 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Einnahmen lagen 2025 bei 34,7 BIP-Prozent (32,7 BIP-Prozent im Vorjahr) bzw. 662,698 Milliarden Lei, die Ausgaben bei 42,36 BIP-Prozent (41,33 BIP-Prozent 2024) bzw. 808,731 Milliarden Lei. Für 2025 ist ein BIP von 1909 Milliarden Lei, nominell etwa 8,5 Prozent mehr als 2024, veranschlagt.

Das Finanzministerium hat die Haushaltsdaten am Dienstag dieser Woche vorgestellt. Es handelt sich dabei um Berechnungen nach der sogenannten Cash-Methode. Die EU-weit einheitliche Methode nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG oder englisch European System of Accounts, ESA), berücksichtigt u. a. auch noch ausstehende Zahlungen für das vergangene Jahr und liegt meistens etwas höher — 2024 beispielsweise bei 9,3 statt 8,7 BIP-Prozent, für 2025 liegen diese Daten noch nicht vor. PNL-Senatorin Gabriela Horga, Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Oberhauses, hatte vergangene Woche von einem „kleinen Haushaltswunder“ der Bolojan-Regierung gesprochen, weil das Defizit bei 7,7 statt 8,4 BIP-Prozent liege; das im September mit der EU-Kommission vereinbarte Defizitziel von 8,4 BIP-Prozent basiert jedoch auf der ESA-Methodologie. 

Ende September hatte Finanzminister Alexandru Nazare (PNL) für 2025 noch auf Investitionen von 150 Mrd. Lei bzw. 7,8 BIP-Prozent gehofft, den nun veröffentlichten Daten zufolge lagen diese bei etwa 138 Mrd. Lei bzw. rund 7,2 BIP-Prozent (2024: 119 Mrd. Lei bzw. 6,8 BIP-Prozent). 

Bei den Einnahmen sind gemessen an der Wirtschaftsleistung im vorigen Jahr besonders Einnahmen aus EU-Geldern (einschließlich PNRR-Fonds) gestiegen, von etwa 2,4 BIP-Prozent 2024 auf etwa 4 BIP-Prozent 2025. Nominell wird ein Anstieg von 79,1 Prozent von 42,4 Mrd. Lei auf 75,9 Mrd. Lei angegeben. Außerdem sind Einnahmen aus der Einkommens- und Lohnsteuer um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 BIP-Prozent gestiegen, bei Gewinn-, Mehrwertsteuer und Sozialabgaben lag jeweils ein Plus von 0,1 BIP-Prozent vor. Leichte Rückgänge wurden bei Akzisen und „anderen Steuern für Güter und Dienstleistungen“ verzeichnet. 

Bei den Ausgaben gab es spürbare Rückgänge bei Personalausgaben — von 9,4 BIP-Prozent 2024 auf 8,8 BIP-Prozent 2025 — und bei Subventionen — minus 0,3 Prozentpunkte auf 0,7 BIP-Prozent. Deutliche Anstiege wurden bei Zinszahlungen (plus 0,5 BIP-Prozent) und Sozialleistungen (plus 0,4 BIP-Prozent) verzeichnet.