Indizes geben uneinheitliche Bild ab, nächster Börsengang zeichnet sich ab

Obwohl die meisten wichtigen Indizes der rumänischen Börse mit leichten Wochengewinnen schlossen, machte ihnen der Energiewerte-Index mit einem Minus von 1,6 Prozent einen Strich durch die Rechnung. Im Durchschnitt verloren die Indizes auf Wochensicht 0,05 Prozent deswegen. Immerhin, der Hauptindex BET legte 0,2 Prozent zu zwischen Montag und Freitag, konnte aber wegen der Verluste in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche keinen neuen Rekordwert mehr erreichen. Dasselbe gilt auch für die übrigen Indizes: der BETPlus legte auf Wochensicht 0,25 Prozent zu, der Finanzwerte-Index BET-FI 0,8 Prozent, der ROTX 0,09 Prozent. Der Energiewerte-Index bleibt vorerst unter der 2000-Punkte-Marke.

Umsatzmäßig kehrte alles zum Alten zurück. Banca Transilvania S.A. (TLV, 33,58 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) führte die Rangliste mit einem Wochenumsatz von 86,2 Millionen Lei, bei einem Gesamtumsatz von nur knapp 500 Millionen Lei. Der Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. (SNP, 0,98 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) brachte es mit 81,3 Millionen Lei auf Platz zwei, der Erdgaserzeuger S.N.G.N. Romgaz S.A. (SNG, 11 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit 47,7 Millionen Lei auf Platz drei. Platz vier gehörte dem Stromerzeuger S.P.E.E.H. Hidroelectrica S.A. (H2O, 138,9 Lei, ISIN RO4Q0Z5RO1B6), mit 31,3 Millionen Lei Wochenumsatz.

Elefantenrennen im Energie-Sektor

Am vergangenen Donnerstag übertraf der größte Stromerzeuger des Landes – Hidroelectrica – den Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. bei der Marktkapitalisierung, zum ersten Mal wieder seit Herbst 2025. Zwischen 2023, dem Jahr des Börsenganges, bis Herbst 2025 war Hidroelectrica das wertvollste rumänische Unternehmen an der Bukarester Börse. Angesichts des Schlusspreises vom Freitagabend betrug die Marktkapitalisierung des Stromerzeugers 62,48 Milliarden Lei, die des Treibstoffkonzerns 61,06 Milliarden Lei.

Bewegung am Aktienmarkt

Noch bis Mittwoch sollte das erste IPO dieses Jahres an der Bukarester Börse laufen. Der Dienstleister und Erzeuger von Anlagen für die Energiebranche Electro-Alfa International S.A. (EAI, ISIN RO249YW1FZP5) wirft 65,99 Millionen Aktien zum Nennwert von 0,25 Lei und zu Stückpreisen zwischen 8,35 bis 8,85 Lei je Aktie auf den Markt. 90 Prozent des Angebots gilt für institutionelle Anleger, 10 Prozent für private – aber erst, wenn das Angebot für institutionelle Anleger zu 100 Prozent gezeichnet ist. Bis Ende der vergangenen Woche war die Tranche für Privatanleger bereits zu 3000 Prozent überzeichnet. Das Unternehmen hat 2024 650 Millionen Lei Umsatz und 55 Millionen Lei Gewinn erzielt. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Umsatz von 800 Millionen Lei und ein Gewinn von 100 Millionen Lei erwartet. Laut IPO-Prospekt sollen jährlich bis zu 30 Prozent des Vorjahresgewinns als Dividende ausgeschüttet werden. 2024 waren dies 6,17 Millionen Lei, 2025 bereits 2,36. Weitere knapp 40 Millionen Lei wurden Anfang dieses Jahres aus nicht zugeordneten Gewinnen 2023/2024 ausgezahlt. Electro-Alfa International betreibt seit vergangenem Jahr zusammen mit dem Regensburger Transformatorenherstellen SGB-SMIT im rumänischen Botoșani eine gemeinsame Fabrik, die internationale Märkte beliefert.

Ein IPO bereitet auch der Telekomkonzern Digi Communications N.V. (DIGI, 134 Lei, ISIN NL0012294474) vor, allerdings nicht in Bukarest. Im kommenden April soll die spanische Tochter des Unternehmens in Madrid gelistet werden und dem Konzern bis zu 600 Millionen Euro einbringen. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Geschäftsjahres hat Digi Spanien 681 Millionen Euro Umsatz und einen Vorsteuergewinn von 144 Millionen Euro erwirtschaftet. Die 10 Prozent Marktanteile wurden allerdings mit Investitionen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro seit 2018 und einer hohen Schuldenlast erreicht. Die DIGI-Aktie legte auf Wochensicht 3,08 Prozent zu und notiert 1 Prozent unter dem Allzeithoch von 135,8 Lei.

Bewegung am Anleihenmarkt

Anleger, die noch etwas Geld verfügbar haben, können bis zum kommenden Freitag wieder Fidelis-Staatsanleihen in Lei mit Laufzeiten zwischen 2 und 6 Jahren und in Euro mit Laufzeiten zwischen 3 und 10 Jahren zeichnen. Die Zinssätze reichen dabei von 6,15 Prozent p. a. für 2-jährige Anleihen in Lei bis 7,25 Prozent p. a. für 6-jährige Anleihen in Lei. Bei Euro-Anleihen liegen die Zinssätze zwischen 3,6 Prozent p. a. (3 Jahre Laufzeit) und 6 Prozent p. a. (10 Jahre Laufzeit).

Devisen

Die Vorzeichen am Devisenmarkt wechselten in der vorigen Woche. Nach drei Wochen Wachstum musste die europäische Einheitswährung einen Verlust im Verhältnis zum Leu verkraften. Der US-Dollar hingegen machte wieder etwas Boden gut im Vergleich zur Vorwoche. Der Leu legte zum Euro auf Wochensicht 0,0038 Lei zu, das entspricht einem Plus von 0,07 Prozent. Gegenüber dem US-Dollar verlor er fast 0,0045 Lei, was einem Plus für den US-Dollar von etwas mehr als 1 Prozent entspricht. Somit kletterte der US-Dollar erneut über die 4,3-Lei-Marke. 


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