Mehrere rumänische Indizes erreichten in der zweiten Februarwoche neue Rekordstände, jedoch nicht alle – obwohl sie durch die Bank auf Wochensicht im grünen Bereich schlossen. Der Hauptindex BET legte im Vergleich zum Freitag vorvergangener Woche bis zum Handelsschluss am vergangenen Donnerstag 921,84 Punkte bzw. 3,38 Prozent zu und schloss beim neuen Rekordstand von 28.169,14 Punkten. Der Freitag drückte den Wochengewinn auf 532,03 Punkte bzw. 1,95 Prozent, sodass der BET unter die 28.000-Punkte-Marke fiel. Der BETPlus hatte eine ähnliche Entwicklung, sein neuer Rekordstand vom Donnerstag lautet 4081,12 Punkte, aber er hielt sich über der 4000-Punkte-Marke am Freitagabend. Der Wochenzuwachs lag bei 74 Punkten oder 1,87 Prozent. Der Finanzwerte-Index BET-FI war der Gewinner der Woche mit einem Plus von 3,02 Prozent, er erlebte – im Gegensatz zu den übrigen Indizes – keinen Rückgang am Freitag. Seinen neuen Rekordstand erreichte er auch am Freitagabend bei 107.361,24 Punkten. Der ROTX folgte in der Hierarchie mit einem Wochengewinn von 2,03 Prozent bzw. 1240,64 Punkten, allerdings erreichte auch er den neuen Rekordstand von 63.343,85 Punkten am Donnerstag. Trotz eines Wochengewinns von 31,32 Punkten oder 1,59 Prozent schaffte es der Energiewerte-Index BET-NG nicht, die 2000-Punkte-Marke zu halten. Er übertrat diese Schwelle am Donnerstag, doch lag er damit immer noch unter dem bisherigen Rekordstand von 2056,12 Punkten. Eine mögliche Erklärung für den Knick am Freitag, an dem die wichtigsten Indizes im Durchschnitt 0,8 Prozent verloren und den durchschnittlichen Gewinn auf 2,1 Prozent drückten, ist die Meldung des rumänischen Statistikamtes zur sogenannten technischen Rezession der rumänischen Wirtschaft. Diese ist nun in zwei Quartalen in Folge geschrumpft. Die renommierte Rating-Agentur Fitch hat Ende vergangener Woche das Landesrating auf „Investment Grade“ belassen, allerdings mit einem negativen Ausblick. Noch ist nicht sicher, dass die ansonsten positiv bewerteten Sparmaßnahmen der Regierung auch in den kommenden Jahren beibehalten werden, vor dem Hintergrund des in der Koalition vereinbarten Führungswechsels und des Wahljahres 2028.
Diese Unsicherheiten dürften auch bei der Zeichnung der jüngsten Anleihenemission des rumänischen Finanzministeriums eine Rolle gespielt haben. Anleger haben dem rumänischen Staat diesmal nur eine Milliarde Lei geliehen, es war wohl das schwächste Ergebnis sei 2022. Dabei lag die Gewichtung der Euro-Anleihen mit 60 Prozent gegenüber 40 Prozent für Lei-Anleihen deutlich höher. Besonders die zehnjährigen Euro-Anleihen mit 6 Prozent Zinsen p. a. schienen für Anleger attraktiv gewesen zu sein (85,5 Millionen Euro). Die am häufigsten gezeichnete Lei-Anleihe, jene mit zweijähriger Laufzeit und einem Zinssatz von 6,15 Prozent, brachte zum Vergleich nur umgerechnete 33 Millionen Euro ein.
Ein weiterer Grund für das niedrige Interesse für Anleihen scheint aber auch die gleichzeitig abgeschlossene IPO des Dienstleisters und Erzeuger von Anlagen für die Energiebranche Electro-Alfa International S.A. (EAI, ISIN RO249YW1FZP5) gewesen zu sein. Das Unternehmen konnte 100 Prozent der 65,99 Millionen neuen Aktien absetzen, und zwar zum Höchstpreis von 8,85 Lei für institutionelle Anleger. Die besonders hohe Nachfrage seitens privater Anleger hat dazu geführt, dass institutionellen Anlegern am Ende nur 56,09 Millionen EAI-Aktien zur Verfügung standen (85 Prozent), während private Anleger 15 Prozent der Aktien erhielten. Das Unternehmen wird, nach Abzug aller IPO-Kosten, etwa 544,3 Millionen Lei kassieren, 35 Prozent am Unternehmen werden sich in fremder Hand befinden, die Kapitalisierung liegt bei etwa 1,6 Milliarden Lei. Als Anker gilt, dass die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mit 16,4 Millionen Euro eingestiegen ist und nun 5 Prozent am Unternehmen hält. Das Unternehmen hat 2024 650 Millionen Lei Umsatz und 55 Millionen Lei Gewinn erzielt. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Umsatz von 800 Millionen Lei und ein Gewinn von 100 Millionen Lei erwartet.
Devisen
Euro und US-Dollar entwickelten sich auch in der vergangenen Woche unterschiedlich zum rumänischen Leu. Während der Leu sich gegenüber dem US-Dollar wieder behaupten und 0,0226 Lei zulegen konnte – und somit den US-Dollar unter die 4,3-Lei-Schwelle drückte – musste er gegenüber dem Euro wieder einstecken. Das Plus von 0,0038 Lei der Vorwoche für die rumänische Währung konnte der Euro zwar nicht zur Gänze wieder gutmachen, doch legte der Euro 0,002 Lei zu. Nach wie vor liegt die europäische Gemeinschaftswährung auf hohem Niveau nahe der 5,1-Lei-Grenze. Gestern kostete ein Euro 5,0943 Lei und ein US-Dollar 4,2964 Lei.
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