Bukarest (ADZ) - Die Verbraucherpreise in Rumänien waren im Dezember vergangenen Jahres 9,7 Prozent höher als Ende 2024, womit die jährliche Inflationsrate den fünften Monat infolge einen Wert leicht unter zehn Prozent verzeichnet hat. Entsprechend am Mittwoch vom Nationalen Statistikamt (INS) veröffentlichten Daten lag der EU-weit einheitlich berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex bei 8,6 Prozent. Verglichen zum Vormonat verteuerten sich die Preise im Dezember um 0,22 Prozent.
In der ersten Hälfte des vorigen Jahres lag die Inflationsrate noch bei 4,9 Prozent (April und Mai) bis 5,7 Prozent (Juni), im Juli stieg diese aufgrund der Liberalisierung der Strompreise sprunghaft auf 7,8 Prozent und legte im August nach Erhöhung der Mehrwert- sowie weiterer Verbrauchssteuern durch die Bolojan-Regierung bis auf 9,9 Prozent nochmals deutlich zu. Der Durchschnitt der im vergangenen Jahr gemessenen Inflationsraten (gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten) lag bei 7,3 Prozent, so INS.
Stromrechnungen 2025 um über 60 Prozent gestiegen
Nach größeren Kategorien lag Ende 2025 lediglich die Teuerung der Preise für Nahrungsmittel mit 7,75% unter der allgemeinen Inflationsrate von 9,69%. Für andere Waren erhöhten sich die Verbraucherpreise durchschnittlich um 10,48% und für Dienstleistungen um 11%.
Detaillierter betrachtet sticht vor allem die Teuerung elektrischer Energie mit 60,91% Prozent hervor. Außerdem sind auch die Kosten für Fernwärme mit 18,80% überdurchschnittlich gestiegen, während Gasrechnungen für Verbraucher – trotz weiter geltendem Preisdeckel (der im laufenden Jahr jedoch aufgehoben werden dürfte) – 7,72% Prozent teurer wurden. Treibstoffpreise erhöhten sich seit Dezember 2024 mit 3,94% vergleichsweise moderat und verzeichneten im Dezember gegenüber November 2025 einen Rückgang von 1,29%. Andere Warenkategorien mit hohen jährlichen Teuerungsraten waren u. a. Bücher, Zeitungen und Zeitschriften (10,16%) sowie Waschmittel (9,41%).
Dienstleistungen verteuerten sich 2025 durch die Bank, wobei Zugfahrten infolge mehrerer Preissprünge Ende des Jahres fast ein Viertel (24,4%) teurer waren als Ende 2024; Flugreisen haben sich mit 18,37% ebenfalls deutlich verteuert. Andere Dienstleistungskategorien, für welche Verbraucher nun deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, sind Hygiene und Kosmetik (17,65%), Schneider und Schuhmacher (15,12%), Auto- und Elektronik-Reparaturen (14,72%), Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung (13,77%) oder Gesundheitspflege (13,59%).
Bei Lebensmitteln war die Preisentwicklung vergangenes Jahr nicht völlig einheitlich, beispielsweise verbilligten sich Mehl um 1,03%, Bohnen um 4,14% und Kartoffeln sogar um 11%. Deutliche Preiserhöhungen wurden jedoch bei Kakao und Kaffee (24,67%), frischen Früchten (15,19%), Rindfleisch (11,80%), Kuhmilch (10,96%), Speiseöl (10,51%) oder Brot (10,09%) verzeichnet.





