IWF senkt Prognosen für Weltwirtschaft

Deutliche Korrektur für Rumänien – 2026 nur noch 0,7 Prozent Wachstum / Niedrigere Erwartungen auch für Deutschland

Hauptsitz des IWF in Washington | Archivfoto: Wikimedia Commons

Washington (dpa/ADZ) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. „Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten“, heißt es anlässlich des neuesten Ausblicks der Organisation. Waren es vergangenes Jahr noch „höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit“ – das dürfte eine milde Umschreibung für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sein – belasten jetzt das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von Hormus und die Unsicherheit durch den Krieg.

Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden.

Für Deutschland bedeutete dies nur ein Vierteljahr nach der jüngsten Anhebung wieder eine Korrektur nach unten: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen – noch im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt.

Für Rumänien wurde die Prognose halbiert, 2026 erwartet der Währungsfonds nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent – für das kommende Jahr wird ein Plus von 2,5 Prozent veranschlagt. Die Konjunkturerwartung für Rumänien für 2026 liegt deutlich unter derjenigen der meisten Nachbarländern und unter den niedrigsten in Mittel- und Osteuropa. Außerdem geht der Währungsfonds über das Jahr 2026 von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 7,8 Prozent aus (0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert) und erwartet, dass das Leistungsbilanzdefizit um über einen Prozentpunkt auf 6,8 Prozent der Wirtschaftsleistung sinkt. Die Arbeitslosigkeit dürfte weiterhin bei etwa sechs Prozent bleiben. 

Für die Weltwirtschaft erwartet die Organisation in diesem Jahr ein Wachstum von 3,1 Prozent (Januar: 3,3 Prozent). 2027 soll die Weltwirtschaft weiterhin um 3,2 Prozent zulegen. Damit würde sich die Konjunktur langsamer entwickeln als in den Jahren zuvor. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa warnte bereits: „Selbst im besten Fall wird es keine saubere und reibungslose Rückkehr zur Vorkriegssituation geben.“ Das Wachstum werde langsamer ausfallen – „selbst wenn der neue Frieden von Dauer ist“. So dürfte sich das Konjunkturwachstum mittelfristig auf dem neuen Niveau einpendeln und damit deutlich unter dem Durchschnitt von 3,7 Prozent zwischen 2000 und 2019 liegen.

Für die Eurozone rechnet der IWF in diesem Jahr nunmehr mit einem Plus von 1,1 Prozent (Januar: 1,3 Prozent). Für 2027 erwartet die Organisation ein Konjunkturplus von 1,2 Prozent statt bislang 1,4 Prozent.

Auch für die USA wird der IWF etwas vorsichtiger: Die Wirtschaft in dem Land dürfte 2026 nun um 2,3 Prozent wachsen (Januar: 2,4 Prozent). Kommendes Jahr rechnen die Experten dagegen mit einem Plus von 2,1 Prozent und damit etwas mehr als bislang (2,0 Prozent).