Bukarest (ADZ) - Rumänien will über acht Milliarden Euro (über 40 Mrd. Lei bzw. 2 Prozent der für dieses Jahr veranschlagten Wirtschaftsleistung) für die Anschaffung von Kriegsgerät ausgeben. Am Dienstag haben die Verteidigungskommissionen des Senats und der Abgeordnetenkammer dem Antrag des Verteidigungsministeriums (MApN) stattgegeben, 15 Projekte in Gang zu bringen, die über das europäische Darlehensinstrument „Security Action for Europe“ (SAFE) finanziert werden.
Verteidigungsminister Radu Miruță erklärte, dass das Paket, welches das Parlament passiert hat, 8,33 Mrd. Euro umfasst. Allerdings sind auch weitere Anschaffungen geplant. Beispielsweise sollen über SAFE-Darlehen 232 Lynx-Schützenpanzer im Wert von 2,6 Mrd. Euro – teilweise in Mediasch von Rheinmetall produziert – gekauft werden, jedoch wies Miruță darauf hin, dass „der Unterschied bis 298 Stück aus anderen Fonds bezahlt wird“.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall kann mit Aufträgen im Umfang von über 5,7 Mrd. Euro rechnen. Zusätzlich zu den Schützenpanzern sollen 836 Millionen Euro für zwei Patrouillenboote und 87 Mio. Euro für zwei kleiner Schiffe, die bei Mangalia hergestellt werden sollen, aufgebracht werden, 476 Mio. Euro sowie 470 Mio. Euro für Luftverteidigungssysteme Skynex bzw. Skyranger 35, Munition im Umfang von 450 Mio. Euro und 36 Mio. Euro für zwei Schiffskanonen.
Vom europäischen Luft- und Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus sollen zwölf Hubschrauber (852 Mio. Euro) erworben werden, was Aufträge auch für IAR Brașov/Kronstadt nach sich ziehen dürfte, 139 Radschützenpanzer des Typs 8x8 Piranha 5 (831 Mio. Euro) sollen vom europäischen Ableger des US-amerikanischer Rüstungskonzerns General Dynamics kommen, außerdem ist der Kauf von weiteren Fahrzeugen, Radar- und Drohnensystemen vorgesehen.
Minister Miruță hob die Wichtigkeit der Radar- und Antidrohnensysteme hervor: Bis vor zwei-drei Jahren seien die Abwehrpläne der rumänischen Streitkräfte auf Raketen, Kampfflugzeuge oder Hubschrauber jedoch nicht gegen Drohnen ausgelegt gewesen. Von den 15 nun bewilligten Projekten seien acht „technische Lösungen der letzten Generation gegen Drohnen“, so Miruță.
Waffenhersteller Beretta mit Transparenz unzufrieden
Der italienische Waffenkonzern Beretta forderte am Dienstag in einer Mitteilung das Verteidigungsministerium Rumäniens auf, Programme, die über das Finanzierungsprogramm SAFE abgewickelt werden, transparenter zu gestalten. Rumänien habe 16,7 Mrd. Euro Finanzierung zugewiesen bekommen, jedoch seien auch elf Monate nach Verabschiedung des Gesetzesrahmens für das SAFE-Programm formelle Prozeduren zur Auswahl der wettbewerbsfähigsten Angebote unvollständig. Das italienische Unternehmen erachtet in einer Mitteilung, dass die rumänischen Verantwortlichen weder den Transparenzkriterien, die im Eilerlass 62/2025 noch in den EU-Vorgaben (UE SAFE (UE) 2025/1106) vorgesehen sind, gerecht würden.





