Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal 2026 rund 13 Prozent gesunken

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Bukarest (ADZ) - In den ersten drei Monaten des Jahres ist das Leistungsbilanzdefizit Rumäniens entsprechend der Rumänischen Nationalbank (BNR) um 815 Millionen Euro bzw. um 13,2 Prozent von 6,153 Milliarden Euro im ersten Quartal 2025 auf 5,338 Mrd. Euro gesunken. Dies entspricht rund 27,76 Milliarden Lei bzw. etwa 1,36 Prozent des für 2026 veranschlagten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Nach Daten des Statistikamts Eurostat lag über das Gesamtjahr 2025 das Leistungsbilanzdefizit bei 7,9 BIP-Prozent oder 29,86 Mrd. Euro – EU-weit die höchsten Werte (die nominellen BNR-Daten für Ende 2025 wichen leicht ab: 30,13 Mrd. Euro). 

Laut der am Montag veröffentlichten Mitteilung der Zentralbank ist im ersten Quartal das Defizit in der Warenhandelsbilanz um 977 Mio. Euro auf 7,375 Mrd. Euro gesunken. Der Überschuss bei Dienstleistungen ist um 334 Mio. Euro auf 3,306 Mrd. Euro gesunken, wobei deutliche Überschüsse bei Telekommunikations- sowie IT-Dienstleistungen (+1,92 Mrd. Euro) und im Transportsektor (+1,55 Mrd. Euro), bei einem spürbaren Defizit im Tourismusbereich (-1,1 Mrd. Euro) verzeichnet wurden. 

In der Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen (Einkommen unter anderem aus Investitionen, Finanzaktiva, Steuern und Subventionen) ist der Fehlbetrag um 305 Mio. Euro auf 1,593 Mrd. Euro gestiegen. Die Bilanz der laufenden Übertragungen, in der Leistungen verbucht werden, die ohne direkte Gegenleistung erfolgen (beispielsweise private Transfers wie Heimatüberweisungen oder Transfers der öffentlichen Verwaltung wie Entwicklungshilfe), hat sich aus einem leichten Minus von 153 Mio. Euro vor einem Jahr in ein Plus von 324 Mio. Euro umgekehrt.

Der Saldo der Leistungsbilanz stellt eine wichtige volkswirtschaftliche Kennzahl zur Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft dar. Ein Leistungsbilanzdefizit deutet darauf hin, dass das betreffende Land mehr verbraucht als produziert, also Auslandsvermögen abbaut bzw. sich im Ausland verschuldet. Ein negativer Außenbeitrag wird als besonders problematisch angesehen, wenn gleichzeitig (wie in Rumänien) ein Haushaltsdefizit vorliegt; man spricht in einem solchen Fall von einem Doppeldefizit. 

Neben dem Defizit im Auslandsreiseverkehr – im Gesamtjahr 2025 ein Minus von 4,621 Mrd. Euro – verzeichnet Rumänien besonders in energieintensiven Güterkategorien hohe Defizite: Vergangenes Jahr wurden im internationalen Warenhandel die höchsten Fehlbeträge bei chemischen Erzeugnissen (auch medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse inbegriffen) mit einem Minus von 13,468 Mrd. Euro, gefolgt von bearbeiteten Waren, vorwiegend nach Beschaffenheit gegliedert (darunter Eisen, Stahl, Metallwaren oder Zement) mit einem Minus von 7,806 Mrd. Euro sowie bei fossilen Brennstoffen, Schmiermittel und verwandte Erzeugnissen mit 4,648 Mrd. Euro Defizit verzeichnet. Außerdem gab es im Handel mit Nahrungsmitteln und lebenden Tieren ein Defizit von 3,938 Mrd. Euro.

Wie kürzlich berichtet, meldete das Nationales Statistikamt (INS) im ersten Quartal 2026 die höchsten Defizite ebenfalls bei chemischen Erzeugnissen (-3,35 Mrd. Euro), gefolgt von bearbeiteten Waren (-1,48 Mrd. Euro), Nahrungsmitteln und lebenden Tieren (-1,22 Mrd. Euro) sowie fossilen Brennstoffen, Schmiermitteln und verwandten Erzeugnissen (-0,94 Mrd. Euro).