Die steigenden Energiepreise setzen die Industrie unter Druck, gleichzeitig geht in Rumänien der Übergang von benzin- und dieselbetriebenen Fahrzeugen hin zur Elektromobilität im Vergleich zu Westeuropa langsam voran. Im rumänischen Transportministerium sind daher gleich mehrere EU-Förderprogramme in Vorbereitung, die sich mit diesen Themen befassen, und für die in den kommenden Monaten Förderanträge eingereicht werden können.
Förderprogramm für energieeffizientere Produktion von Baumaterialien – „Pro Infra“
Es mag überraschen, dass ein EU-Förderprogramm für energieeffizientere Produktion von Baumaterialien im Transportministerium angesiedelt ist, förderbar ist aber ausschließlich die Produktion von Materialien, die für den Ausbau der rumänischen Infrastruktur benötigt werden – beispielsweise Beton, Baustahl, Aluminium, Kabel, Mörtel, Schotter, Sand usw. Unternehmen können für den Austausch alter, wenig energieeffizienter Anlagen eine Förderung von bis zu 15 Millionen Euro erhalten, wenn die neuen Anlagen wesentlich weniger Energie verbrauchen.
Der Bau neuer Fabriken kann nicht gefördert werden, ebensowenig wie Equipment und Maschinen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Ein Förderantrag kann mehrere Standorte umfassen.
Der wesentliche Faktor für den Erfolg eines Förderantrags ist die beantragte Förderung für jede eingesparte Energieeinheit – je niedriger die Förderung, desto höher ist die Aussicht auf einen positiven Ausgang des Förderantrags. Ein zweiter – wesentlich weniger entscheidender – Faktor ist der Einsatz erneuerbarer Energie.
Insgesamt stehen für dieses Programm 200 Millionen Euro zur Verfügung, von denen die Hälfte im Jahr 2026 vergeben werden soll.
Förderprogramm für elektrische Lkw
Ein zweites EU-Förderprogramm kann einen Teil der Investitionskosten für den Ankauf neuer elektrischer Lkw decken. Förderbar sind Unternehmen, die den CAEN-Code 4941 – Straßentransport von Gütern – in ihren Statuten führen. Gefördert werden können Lkw der Kategorien N2 (über 3,5 t Gesamtgewicht) und N3 (über 8,5 t Gesamtgewicht). Das Budget des Programms beträgt 80 Millionen Euro.
Förderbar sind die zusätzlichen Kosten für den Kauf elektrischer Lkw, berechnet als Differenz zwischen den Kosten für den Kauf des emissionsfreien Lkw und den Kosten für den Kauf eines konventionellen Lkw derselben Kategorie, basierend auf zwei vergleichbaren Angeboten, jeweils einem für jede der beiden Fahrzeugkategorien. Allerdings ist zu bedenken, dass auch bei diesem Programm die Höhe der beantragten Förderung die Chancen auf eine positive Erledigung beeinflussen wird: die Förderung gilt im Verhältnis zum eingesparten CO2 als Maßstab. Je niedriger dieser Betrag, desto besser die Chancen auf Erfolg. Weiters haben Unternehmen, deren Lkw überwiegend in Rumänien unterwegs sind, bessere Chancen.
Förderprogramme für Ladeinfrastruktur für elektrische Fahrzeuge
Gleich zwei EU-Förderprogramme des Transportministeriums zielen auf die Ladeinfrastruktur für elektrische Fahrzeuge ab. Das Programm „e-Mobility RO“ fördert Ladestationen entlang den rumänischen Autobahnen und Nationalstraßen. Förderbar sind Ladestationen mit einer Ladeleistung von mindestens 150 kW für Pkw (in Summe mindestens 600 kW je Standort), sowie mit einer Ladeleistung von mindestens 350 kW für Lkw (in Summe mindestens 3600 kW je Standort auf Autobahnen, 1500 kW an den Nationalstraßen). Das Budget des Programms beträgt 299 Millionen Euro, maximal 30 Millionen Euro je Antragsteller. Bei der Bewertung der Projekte hängen 85 Prozent der Punkte von der beantragten Förderung/kW Ladeleistung und 15 Prozent von der gesamten an einem Standort installierten Ladekapazität ab.
Mit dem zweiten Programm „e-Move RO“ sollen Ladestationen am Gelände von Unternehmen gefördert werden, die aber rund um die Uhr auch öffentlich zugänglich sein müssen – natürlich gegen Bezahlung der konsumierten Energie. Mindestens zwei Ladestationen mit 22 kW Ladeleistung, mindestens zwei mit 150 kW und mindestens eine mit 350 kW müssen installiert werden. Falls gewünscht, können mit dem Projekt auch Anlagen für die Produktion erneuerbarer Energie für diese Ladestationen gefördert werden.
Ein Antragsteller kann mehrere Projekte an unterschiedlichen Standorten einreichen. Typische Antragsteller für dieses Programm wären Tankstellenketten, Supermärkte, Fachmarktzentren, aber natürlich steht es auch allen anderen Unternehmen offen, denen Elektromobilität ein Anliegen ist. Das Budget für dieses Programm beträgt 250 Millionen Euro, bis zu 25 Millionen Euro Förderung kann ein Antragsteller erhalten.
Fazit
Diese vier Programme für Energieeffizienz und Elektromobilität zeigen, dass diese Themen auch in Rumänien immer weiter oben auf der politischen Agenda stehen. Noch wurde für keines der Programme ein Zeitpunkt für die mögliche Antragstellung verkündet, voraussichtlich werden sie aber im ersten Halbjahr 2026 gestartet werden.
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