Bukarest (ADZ) - Der Gouverneur der Rumänischen Nationalbank (BNR), Mugur Isărescu, hat am Mittwoch den jüngsten Inflationsbericht vorgestellt. Demnach wird die jährliche Verbraucherpreisteuerung über das laufende Jahr zurückgehen und Ende des Jahres 2026 3,9 Prozent erreichen; gegenüber der Prognose von vergangenem November handelt es sich um einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte. Für Dezember 2027 veranschlagt die BNR eine jährliche Inflationsrate von 2,9 Prozent.
In dem Bericht wird für April dieses Jahres von einer Erhöhung der Gaspreise ausgegangen und ein vorübergehender Anstieg der Inflationsrate im zweiten Quartal prognostiziert. Laut Isărescu ist es aber möglich, dass demnächst andere Daten vorliegen, die Regierung bereite Maßnahmen vor, um die Gaspreisdeckelung für Haushalte in einer Form beizubehalten. Abhängig davon könnte die Inflationsrate auch im Frühjahr dennoch sinken.
Der Gouverneur ging auch auf Vorwürfe ein, dass vor einem Jahr eine Inflationsrate für Ende 2025 von 3,8 Prozent prognostiziert wurde und diese schlussendlich fast 10 Prozent erreicht hat. Allerdings wurden vor einem Jahr verschiedene Maßnahmen besprochen, einschließlich die Einführung einer Progressivsteuer (Anm. d. Red. anstatt Erhöhung von Mehrwertsteuer und Akzisen), „welche nicht denselben Einfluss auf die Inflation gehabt hätte.“ Außerdem sei damals auch nicht klar gewesen, wie weit die Liberalisierung der Strompreise für Haushalte gehen werde. Im Juli und August vergangenen Jahres ist aufgrund von Strompreis- und Steuererhöhungen die Inflation auf knapp unter 10 Prozent hochgeschnellt.
Isărescu sagte auch, dass es mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) faktisch ein permanentes Abkommen gebe, es sei aber kein Finanzierungsabkommen – dieses sei nur nötig wenn der Zugang zu Kapitalmärkten fehle, was nicht der Fall Rumäniens sei – sondern eines, im Rahmen dessen politische Maßnahmen empfohlen werden. Der IWF hatte eine Haushaltskonsolidierung um eine progressive Einkommenssteuer vorgeschlagen, so der BNR-Chef, da aber eine andere Lösung gewählt wurde, wolle er darauf nicht weiter eingehen. Ein weiterer Besuch von IWF-Vertretern in Rumänien stehe im kommenden Frühjahr an.





