Scharfe Korrektur (auch) in Bukarest, dennoch gibt es Lichtblicke

Die schlechte Stimmung an den internationalen Märkten machte auch vor Bukarest nicht halt. Nach einer extrem guten Woche erlebte die rumänische Börse eine herbe Korrektur. Im Durchschnitt verloren die wichtigsten Indizes 2,97 Prozent und damit mehr, als sie in der Woche zuvor zugelegt hatten. Das traf nur auf den Finanzwerte-Index BET-FI nicht zu, der in der vergangenen Woche ebenfalls Verluste hinnehmen musste, die aber mit 0,59 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt lagen. Der Hauptindex BET ging um satte 3,5 Prozent zurück, nachdem er in der Vorwoche 2,5 Prozent zugelegt und dabei einen neuen Rekordstand erreicht hatte. Dieselbe Entwicklung machte auch der BETPlus durch, er verlor in der vergangenen Woche 3,46 Prozent (nach einem Wochenplus von 2,46 Prozent). Der ROTX-Index ging auf Wochensicht um 3,52 Prozent zurück (plus 2,97 Prozent in der Vorwoche) und der Energiewerte-Index BET-NG bildete das Schlusslicht mit minus 3,78 Prozent (plus 1,96 Prozent in der Vorwoche).

Überschreibung von Anteilen stützt den Umsatz

Umsatzmäßig war es eine gute Woche. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Aktienumsatz um 80 Prozent auf 690,46 Millionen Lei. Eine Umsatzspitze gab es dabei in der ersten Hälfte der Handelswoche, sie ist auf den Hersteller und Vertriebler von Konsumgütern, Aquila Part Prod Com (AQ, 1,374 Lei, ISIN RO7066ZEA1R9) zurückzuführen. Von den 392,17 Millionen Lei entfielen 332,32 Millionen Lei auf den einen Emittenten. Es war eine Wiederholung des Transfers von Anfang Oktober, als die beiden Hauptaktionäre jeweils 11,4 Prozent an dem Unternehmen an eigene auf Zypern registrierte Träger überschrieben haben. Nun wurden weitere jeweils 10,58 Prozent auf die ausländischen Träger übertragen. Das Unternehmen hatte in der Woche zuvor ihre Quartalsergebnisse mitgeteilt. Demnach konnte es seine Einkünfte um 17 Prozent auf 2,5 Milliarden Lei steigern, der Reingewinn aber ging um 22 Millionen Lei auf 34 Millionen Lei zurück. Auf Wochensicht gab die Aktie 4,05 Prozent nach. An zweiter Stelle in der Umsatzrangliste stand diesmal der Treibstoff-Konzern OMV Petrom (SNP, 0,9255 0,9255 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit einem Volumen von 72,7 Millionen Lei (10,5 Prozent am gesamten Wochenumsatz), gefolgt von der Bank Transilvania (TLV, 29,82 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 68,9 Millionen Lei (9,9 Prozent).

Mehrheit der Emittenten mit Kursverlusten

Auch die beiden letztgenannten Aktien schlossen die Handelswoche mit Verlusten. TLV-Papiere verloren 2,48 Prozent, SNP-Aktien 3,94 Prozent. Damit waren sie Teil einer mit 58 Emittenten zählenden übermäßigen Mehrheit von Emittenten, die in der vergangenen Woche Kursverluste hinnehmen mussten. Mehrere von ihnen sogar zweistellig: So verloren die Aktien des Bauunternehmens CONDMAG (COMI, 0,0125 Lei, ISIN ROCOMIACNOR3) sowie die der Maschinenbauer Turbomecanica (TBM, 0,367 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9) und UAMT (UAM, 0,37 Lei, ISIN ROUAMTACNOR1) jeweils etwas mehr als 10 Prozent, der Stromversorger Transelectrica (TEL, 67,2 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) knapp und der Erzeuger von Elektroanlagen Electroaparataj (ELJ, 0,157 Lei, ISIN ROELJBACNOR6) etwas mehr als 12 Prozent, ein anderer Erzeuger von Elektroanlagen, Compania Energopetrol (ENP, 0,72 Lei, ISIN ROENPCACNOR7), sogar 14,8 Prozent. Am schlimmsten aber traf es das Bauunternehmen Societatea de Construcții Napoca (NAPO, 1,38 Lei, ISIN RONAPOACNOR0). Dessen Aktien verloren auf Wochensicht 30,65 Prozent.

Es gab aber dennoch positive Überraschungen. Mit EVERGENT INVESTMENTS (EVER, 2,76 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) und LION CAPITAL (LION, 3,95 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) meldeten zwei Emittenten, die im Finanzwerte-Index BET-FI abgebildet sind, neue Allzeit-Höchststände, obwohl die Wochenperformances mit plus 0,3 beziehungsweise 8,2 sehr unterschiedlich ausfielen. 18 Emittenten freuten sich über Kursgewinne.

Devisen

Der rumänische Leu geriet weiter unter Druck seitens der beiden Leitwährungen Euro und US-Dollar. Der Euro entwickelte sich gewohnt diskret und zwar so sehr, dass er vom Mittwoch auf den Donnerstag sich gar nicht bewegte. Auf Wochensicht betrug die Schwankung 0,08 Prozent, zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung. Der US-Dollar spielte seine Stärke aus und machte den in der Vorwoche verlorenen Boden mehr als wieder gut: plus 0,95 Prozent gegenüber dem Rückgang von 0,62 Prozent in der Vorwoche. Gestern startete der Euro bei einem Stand von 5,0891 Lei in die letzte Novemberwoche. Der US-Dollar startete bei 4,4184 Lei. 


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