Bukarest (ADZ) - Die Ratingagentur S&P Global hat Ende vergangener Woche Rumäniens Rating bei BBB-/A-3 mit negativem Ausblick bestätigt. Das Unternehmen notiert in einer Mitteilung, dass die Auflösung der Vier-Parteien-Koalition zwar die Anstrengungen, das Leistungsbilanz- sowie Haushaltsdefizit herunterzufahren, erschwere, jedoch gebe es einen parteiübergreifenden Konsens dazu, dass zusätzliche Fiskalmaßnahmen und Reformen im kommenden Jahr nötig seien; eine Einigung für eine neue Regierung werde in den kommenden Wochen erwartet.
Den negativen Ausblick begründet S&P damit, dass Haushaltskonsolidierung sowie ein Rückgang des externen Defizits in den kommenden 12 Monaten risikobehaftet bleiben. Außerdem bleibe Rumänien für Schwankungen von Investorenvertrauen, aufgrund des erheblichen Außenfinanzierungsbedarfs sowie dem hohen hohen Bestand an Staatsanleihen im Besitz von Ausländern, anfällig.
Mögliche negativere oder positivere Szenarien bindet die Ratingagentur an das Wirtschaftswachstum. Sollte dieses, z. B. bei einer Abrufung von EU-Geldern unter Erwartung oder noch stärkeren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf die Energiemärkte, noch schlechter ausfallen, könnte das Rating Rumäniens gesenkt werden. Ein stabiler Ausblick sei im Falle substanzieller Verbesserung der Defizite, gestützt durch ein erstarkendes Wachstum, zu erwarten – allerdings wird nicht erklärt, was im laufenden Jahr zu Wachstum führen könnte.
Unter aufgrund von Fiskalmaßnahmen und hoher Inflation angeschlagenem privaten Konsum, der einen Anteil von 63 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmacht, erwartet S&P eine Stagnation der Wirtschaft in diesem Jahr – 0,0 Prozent Wachstum – und geht davon aus, dass eine Rezession 2026 durch EU-finanzierte öffentliche Investitionen vermieden werde. Das Leistungsbilanzdefizit dürfte sich dem Rating-Unternehmen von 7,9 BIP-Prozent im Vorjahr auf weiterhin hohe 7,2 BIP-Prozent verringern, das Haushaltsdefizit sollte von 7,9 auf 6,3 BIP-Prozent sinken.





