Bukarest (ADZ) - Der Iran-Krieg und die Regierungskrise in Bukarest verteuern auch die Finanzierungskosten für den rumänischen Staat. Anfang der Woche hat das Finanzministerium bei einer Emission von Staatsanleihen im Umfang von 300 Millionen Lei mit einer achtjährigen Laufzeit Zinsen von 7,16 Prozent pro Jahr in Kauf genommen. Bei einer ähnlichen Veräußerung am Donnerstag vergangener Woche konnte der Staat noch Finanzierungskosten von 6,81 Prozent erzielen.
Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen an Sekundärmärkten – an denen die Schuldpapiere nach der ursprünglichen Veräußerung gehandelt werden und die Preissignale für zukünftige Emissionen geben – ist nach dem Sprung am vergangenen Freitag (von etwa 6,85% auf knapp über 7%) weiter gestiegen und hat diese Woche am Mittwochmittag 7,23 Prozent erreicht. Davor waren die Renditen über etwa drei Monate, von Anfang Dezember 2025 bis zum Beginn des Iran-Krieges Ende Februar dieses Jahres, auf Niveaus unter sieben Prozent gesunken und haben am 27. Februar einen Tiefststand unter 6,3 Prozent erreicht. Über das Jahr 2025 lagen die Renditen für 10-jährige Staatspapiere beständig über sieben Prozent und haben um die Präsidentschaftswahl im Mai zum teils auch acht Prozent deutlich überschritten.
Im April konnten außerdem Privatanleger über die Programme Fidelis und Tezaur Staatsanleihen mit jährlichen Höchstrenditen von bis zu 7,6 Prozent in Lei oder 6,6 Prozent in Euro kaufen. Im März waren diese Zinserträge noch jeweils etwa 0,5 Prozentpunkte niedriger.
Die Zinskosten für den rumänischen Staat haben im vergangenen Jahr im Rahmen von Wirtschaftskrise, hohen Finanzierungskosten und Defiziten sowie steigenden Schulden auch spürbar angezogen: Lagen diese in den Jahren 2023 und 2024 noch bei etwa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung bzw. rund fünf Prozent aller Haushaltsausgaben, sind sie 2025 um 0,5 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bzw. auf 6,2 Prozent der Staatsausgaben gestiegen. Nominell hat der rumänische Staat 2025 knapp 50,5 Milliarden Lei für Zinskosten aufgebracht, 14,2 Mrd. Lei mehr als im Vorjahr.
Rumäniens Staatsschulden haben im Sommer 2025 die Schwelle von 1000 Milliarden Lei überschritten, nur 5-6 Prozent davon waren kurzfristige Schulden. Laut einem Bericht der Plattform cursdeguvernare.ro waren im August des vorigen Jahres rund 82 Prozent der Verpflichtungen über Staatsanleihen veräußert. Rund 45 Prozent der Schulden waren in Lei (knapp unter 500 Mrd. Lei), 44 Prozent in Euro und etwa 10 Prozent in US-Dollar ausgegeben. Die Lei-Anleihen wurden zu 44 Prozent (rund 190 Mrd. Lei) vom Bankensystem gehalten, gefolgt von privaten Rentenfonds mit etwa 25 Prozent (110 Mrd. Lei). Außerdem hatte die rumänische Bevölkerung zu dem Zeitpunkt dem Staat über 66 Mrd. Lei (etwa 6 Prozent aller Schulden) über die Anleihenprogramme Fidelis und Tezaur direkt geliehen.





