Bukarest (ADZ) - Im ersten Monat des Jahres wurden im Vorjahresvergleich Rückgänge in der Industrieproduktion sowie bei der Kaufkraft des Durchschnittslohns verzeichnet. Nach kürzlich aufgezeigten Abnahmen im Einzel- und Außenhandel, deuten am Freitag veröffentlichte Daten des Nationalen Statistikamtes (INS) auf weitere Schrumpfungen in der Wirtschaft hin.
Demnach lag die Industrie im Januar 2026 (saison- und arbeitstagbereinigt) 3,8 Prozent unter dem Niveau im Januar des Vorjahres. Dabei ist die verarbeitende Industrie mit 6,0 Prozent am stärksten gesunken, die Rohstoffförderung war 1,5 Prozent im Minus und bei Produktion und Zulieferung von Strom, Gas und Fernwärme wurde ein Zuwachs von 7,9 Prozent verzeichnet. Gegen-über Dezember 2025 ist die Industrie (bereinigt) um 3,3 Prozent geschrumpft.
Außerdem sinkt die Kaufkraft weiter: Im Januar war der monatliche Durchschnittslohn mit 5518 Lei netto nominell 3,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Unter Berücksichtigung der Inflation ist die Kaufkraft allerdings um 5,5 Prozent gesunken. Nominell sind u. a. die Löhne im Bildungswesen, in der öffentlichen Verwaltung sowie im Telekommunikationssektor gesunken.
Das Statistikamt teilt in den veröffentlichten Daten seit diesem Jahr die Arbeitsbereiche detaillierter als bisher auf. Kleiderherstellung (Nettodurchschnittslohn 3273 Lei monatlich) und Hotel- und Gastgewerbe (3592 Lei) sind damit nicht mehr die Sektoren mit den niedrigsten Einkommen: in Fischerei (2993 Lei), Sozialhilfe ohne Unterkunft (2948 Lei) sowie in der Kategorie andere Dienstleistungen (2871 Lei) werden Durchschnittslöhne unter 3000 Lei gezahlt. Weit darüber liegt das Nettoeinkommen für Programmierer und IT-Fachkräfte: im Durchschnitt werden in diesem Bereich 12.801 Lei monatlich verdient.
Inflationsrate nun bei 9,3 Prozent
Weiter hat INS am Freitag angekündigt, dass sich die jährliche Inflationsrate nun auf neun Prozent zubewegt: Nach 9,6 im Januar 2026 lag die Verbraucherpreisteuerung im Februar bei 9,3 Prozent. Gegenüber Februar 2025 verteuerten sich Dienstleistungen mit 11,4 Prozent am stärksten, gefolgt von Gütern (+9,4%) und Lebensmitteln (+7,9%).
Deutliche Erhöhungen im Jahresvergleich gab es unter anderem bei Strompreisen (+56,9%), Kaffee (+26,2%), Zugfahrten (+24,4%), Wasserversorgung sowie Abwasser- und Müllentsorgung (+17,2%), frischen Früchten (+16,1%), Hygiene- und Kosmetikdiensten (+15,9%), Auto- und Elektronikreparaturen (+14,9%), Schneiderei- und Schuhmacherdienstleistungen (+14,9%), Eiern (+14,3%) sowie Fernwärme (+13,4%). Treibstoff war im Februar 2026 4,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und Gas für Haushalte sogar 4,6 Prozent billiger. Die Öl- und Gaspreise haben allerdings in Folge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran seit dem 28. Februar deutlich zugelegt.





