Temeswar (ADZ) – Das Römisch-Katholische Bistum Temeswar/Timișoara erinnert an die Bărăgan-Verschleppung, die vor 75 Jahren begonnen hatte. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juni 1951 setzte das kommunistische Regime die Zwangsdeportationen in die Bărăgan-Steppe in Gang. Betroffen waren Menschen, die in einem 25 Kilometer breiten Grenzstreifen entlang der damaligen Grenze zu Jugoslawien lebten – von Alt-Beba/Beba Veche bis zur Insel Ada Kaleh im Kreis Mehedinți, heißt es in dem Schreiben des Bistums Temeswar.
Als offizieller Anlass für die Deportationen wurde der Konflikt zwischen der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten einerseits sowie dem von Josip Broz Tito geführten Jugoslawien andererseits genannt. Die tatsächlichen Beweggründe lagen jedoch tiefer. Zum einen sollte die Region von sogenannten „Großbauern“ gesäubert werden – einer sozialen und wirtschaftlichen Schicht, die für Stabilität und Wohlstand sorgte, zugleich aber dem kommunistischen Regime kritisch gegenüberstand. Zum anderen verfolgten die Behörden das Ziel einer ethnischen „Säuberung“, da die in der Grenzregion lebenden Minderheiten als „Elemente mit hohem Risikofaktor“ betrachtet wurden.
Nach sowjetischem Vorbild wurden insgesamt 12.791 Familien mit 40.320 Personen aus 258 Ortschaften gewaltsam aus ihren Häusern geholt und in den Bărăgan deportiert. Unter den Verschleppten befanden sich Rumänen, Deutsche, Serben, Bulgaren, Ungarn, Aromunen sowie Flüchtlinge aus Bessarabien und der Nordbukowina.
Der breiten Öffentlichkeit eher weniger bekannt: Im Sommer 1954 erkundigte sich der Temeswarer Bischof Augustin Pacha nach seiner Freilassung und nur wenige Monate vor seinem Tod bei der Römisch-Katholischen Erzdiözese Bukarest nach dem Schicksal der katholischen Gläubigen aus dem Banat, die in den Bărăgan deportiert worden waren, sowie nach deren seelsorgerischer Betreuung. Die Antwort bestätigte, dass es den Priestern aus der Gegend von Brăila trotz großer Schwierigkeiten gelungen war, die Seelsorge in den Deportiertenlagern aufrechtzuerhalten. Der Salvatorianerpater Paulus Weinschrott SDS sandte Briefe, katechetisches Material und ermutigende Botschaften an die Menschen im Bărăgan. Zu den deportierten Priestern des Bistums Temeswar gehörten Pfarrer Zoltán Buding und Pfarrer László Tury, informiert die Pressestelle des Bistums Temeswar.





