Konfirmandentag des Jugendwerks der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien am 8. März in Mediasch

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„Worauf bauen?“ Die Herausforderung, hierauf eine Antwort zu suchen, gilt nicht nur den He-ranwachsenden, sondern so ziemlich allen Bereichen unserer Kirche. Gestellt haben sich ihr am Samstag, dem 8. März, Konfirmanden und Altersgenossen, Jugendliche, Studenten, begleitende Pfarrer und auch ältere Interessierte – insgesamt 108 Personen – im Mediascher Kirchenkastell.

Es begann morgens auf der sonnigen Wiese mit dem Erklimmen senkrecht stehender Leitern durch die besonders Mutigen, wobei spektakuläre Bilder neben der Spitze des durchaus nicht zufällig in Schieflage geratenen Trompeterturms entstanden. (Ach nein, eigentlich begann alles mit tagelangen Vorbereitungen und am Tag selbst mit fleißigem Herrichten des Willkommensbüfetts, wodurch sich die Betreffenden aber keinen Namen machen möchten.) Um Ehr-Geiz und Hoch-Mut ging es nämlich bald darauf auch in der Einführung, mit der Jonathan Servatius-Depner (18), einer der drei engagierten Jugendlichen, die neben Hauptamtlichen die Veranstaltung organisiert hatten, alle Aufmerksamkeit des Publikums im vollgestopften Gemeinderaum fesselte und dazu die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel erzählte. Man versuchte sich dann doch noch einmal – jetzt gemeinschaftlich – im Hoch-hinaus-Kommen, und zwar in Form einer Menschenpyramide, bevor die Teilnehmer „in alle Welt“ zerstreut wurden: Zehn Teams durchstreiften für einige Stunden das gesamte Burggelände und absolvierten zehn Stationen, an denen sich Spiel und Spaß zu tiefsinnigen Erkenntnissen verdichten konnten.

Jedes Jahr im März lädt das Jugendwerk der EKR, mit finanzieller Unterstützung des Kronstädter Vereins NOVUM durch das Projekt OMNIA, zu einem „Konfitag“ ein. Thematisch wird jeweils eines der drei katechetischen Hauptstücke Zehn Gebote, Vaterunser und Glaubensbekenntnis behandelt. Gäste kommen aus dem ganzen Land: von Bistritz bis Bukarest, von Mühlbach bis Kronstadt; und dass auch jüngere und ältere Sympathisanten, nicht ausschließlich evangelische Konfirmanden gern gesehen sind, entspricht vollends dem neuen Missionskodex unserer Kirche: einladend, anbietend, zwanglos, ausstrahlend.

Damit ist allerdings Verbindlichkeit nicht hinfällig geworden! Sie besteht nämlich nicht in der Zugehörigkeit zur Gruppe, sondern im Gottesglauben, zu dem man sich bekennt. „Worauf baue ich?“ führt zu einer Grundentscheidung, die das Leben prägt. Denn je nachdem, welches das Fundament ist, kann jegliche Handlung als gut oder schlecht, als sinnvoll oder abwegig, menschenliebend oder selbstsüchtig gelten!
Persönliche Statements einer orthodoxen und eines evangelischen Jugendlichen, sowie von der Leiterin Cristina Arvay brachten zum Abschluss des Tages nochmals auf den Punkt: der Glaube ist eine sichere Grundlage; das Vertrauen auf den Einen, der immer höher steht als ich, trägt durchs Leben. Schließlich hat er die Brücke zu uns Menschen geschlagen – auch das wurde physisch erfahrbar, indem man die anfangs senkrecht bestiegene Leiter nun waagerecht zum Aufeinander-zu-Balancieren nutzte. Wer sich auf diese Umlegung der eigenen Eigenwilligkeit einlässt, kann tagtäglich sein Vertrauen auf Gott bestätigen, konfirmieren.

All die prallen Gedanken und Emotionen wurden aufgefangen durch viele Lieder, von der hauseigenen Band wunderbar begleitet, durch schmackhafte Speisen, vom Diakonieverein Mediasch und Konfirmandeneltern bereitgestellt und durch das wahrhaft herrliche Wetter, welches die sieben gemeinsamen Stunden beherrschte. Gott sei Dank!
„Hoch hinaus oder auf festem Grund?“ hieß es noch auf der Einladungskarte. Nach dem Konfitag dürfte die Antwort auf diese Frage nun lauten: Am besten ist es, „oder“ durch „und“ zu ersetzen und die Reihenfolge umzukehren!