Neuer Eklat mit Russland bei Gymnastik-Weltcup in Klausenburg

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Bukarest/Moskau (ADZ) – Ein Streit um russische Nationalsymbole bei der Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Klausenburg eskaliert: Das russische Außenministerium wirft Rumänien vor, den Sport zu politisieren, und droht mit Konsequenzen, nachdem der Klausenburger Bürgermeister Emil Boc beschlossen hat, während des Wettbewerbs weder die russische Flagge zu zeigen noch die Nationalhymne zu spielen. 

Zwar hätten die internationalen Fachverbände entschieden, dass russische Sportler mitsamt Wahrzeichen zugelassen werden, doch weigerte sich Boc, „die Symbole eines Aggressor-Staates in einem EU-Land zu zeigen“. Russische Sportler könnten allerdings teilnehmen, hatte der Stadtherr mitgeteilt. Als Klausenburg die Ausrichtung des Weltcups übernommen habe, hätten die internationalen Regeln genau diese Einschränkungen vorgesehen. Die von den Sportverbänden geänderten Regeln wolle er nicht mittragen, stellte Boc klar. Daraufhin hatte sich die russische Turnmannschaft aus dem Wettbewerb zurückgezogen und diesen Schritt mit angeblich schweren Verstößen der Veranstalter gegen die Wettkampfregeln begründet.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte anschließend, dass russische Sportler erneut Opfer einer willkürlichen und politisch motivierten Behandlung geworden seien. 

Sacharowa sprach von einer in Rumänien gepflegten „Russophobie“, die zu solchen Maßnahmen führe. Die rumänischen Behörden seien nicht in der Lage, bei internationalen Wettbewerben gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu gewährleisten. Zugleich kündigte sie an, Russland werde den Vorgang „nicht ohne Folgen“ lassen.

Kritik an der Entscheidung kam auch aus Rumänien selbst – der moskautreue Politiker Călin Georgescu, gegen den ein Verfahren wegen mutmaßlicher umstürzlerischer Umtriebe läuft, war Boc „politischen Zirkus“ vor, während SOS-Chefin Diana Șoșoacă haltlos Beleidigungen gegen den Bürgermeister absetzte.