Bukarest (ADZ) – Nach der Pleite seines designierten Premiers Adrian Veștea hat Präsident Nicușor Dan die Fraktionen am Montagnachmittag zu einer neuen Konsultationsrunde gebeten. Via Facebook legte Dan den Fraktionen eine „Rückkehr zum Dialog“ und „vernünftige Haltung“ ans Herz, um schnellstmöglich eine proeuropäische Regierung aufstellen zu können. Laut Verfassung kann der Staatschef noch eine Designierung vornehmen – fällt auch diese im Parlament durch, steht es ihm frei, vorgezogene Neuwahlen anzusetzen.
PSD-Chef Sorin Grindeanu erklärte nach dem Austausch mit dem Staatsoberhaupt, seine Partei sei als stärkste Kraft im Parlament bereit, die Regierungsverantwortung zu übernehmen – ob mit ihm als Premier, blieb zunächst unklar. Eine Koalition mit der rechtspopulistischen AUR schloss Grindeanu dabei aus.
Seinerseits forderte PNL-Chef Ilie Bolojan ein „Ende der Kulissenspielchen“ und eine transparente parteiübergreifende Vereinbarung, die zwei Szenarios für eine proeuropäische Minderheitsregierung ermöglichen würde – entweder ein Minderheitskabinett der PSD, das von der PNL und dem UDMR aus dem Parlament heraus geduldet würde, oder eines um die PNL, USR und den UDMR, das von der PSD geduldet werden müsste, erläuterte Bolojan nach dem Treffen mit Nicușor Dan. Die USR verlautete derweil, kein PSD-Kabinett dulden zu wollen, während AUR-Chef George Simion hervorhob, dass ohne seine Rechtspopulisten „nichts geht“. Die AUR werde kein Kabinett bestätigen, in dem sie nicht den Premier stelle, man habe daher den Regierungsauftrag für sich beansprucht. Simion deutete zudem an, eine Koalition mit der PSD nicht auszuschließen.
Für Staatschef und Fraktionen ist diesmal Eile geboten – zum 1. Juli setzen nämlich die Parlamentsferien ein.





